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Mittwoch, 26.10.2022
Sascha am 26.10.2022 um 16:32 (UTC)
 Vor einiger Zeit habe ich hier an dieser Stelle schon einmal geschrieben, dass ich mir nach jeder Saison eine 25 Prozent-Preisliste von jedem Flug mache und dann entsprechend der dort erzielten Preise eine Selektion vornehme. Es ist nun einmal so, dass wir neben der Taube, die sehr regelmäßig ihre Preise fliegt, v.a. eine Taube haben wollen, die das auch relativ früh kann und die dann obendrein noch auf den weiten Flügen schafft. Das ist so unsere Zielsetzung in der Zucht. Wir suchen auch Tauben, die "ihren eigenen Weg" gehen und nicht immer mit dem Schwarm mit fliegen und sich dann früher oder später davon trennen. Da muss man natürlich dann schauen: wie ist der Wind, wie ist die Lage des eigenen Schlages in der RV und im Regionalverband oder in welcher Konkurrenz auch immer. Das sind alles so Faktoren, auf die wir achten und an denen sich auch viele Züchter etwas vormachen. Wenn andere Schläge in meiner Nähe (und Nähe bedeutet nicht direkt daneben, sondern in einem Radius von ich sage mal: 10
es RV-Radius bezogen auf Flächen RVen, gut fliegen und spitze fliegen, dann muss ich das auch können.
Kleinere RVen, in denen alle Züchter eng beeinander liegen kann man bei diesen elenden Lagediskussionen ohnehin weitgehend vergessen.
Auch hier möchte ich noch einmal ein Beispiel bringen: in 2021 sollte unser Endflug ab Micheldorf über 600 Km gemeinsam mit dem Regionalverband 402 (Dortmund) stattfinden. Er musste wetterbedingt zurückgenommen werden auf Passau (500 KM) und der Regionalverband 403 aus Bochum schloss sich noch einem gemeinsamen Auflass an. Wir hatten sehr deutlichen Ostwind auf der Strecke, sodass die Tauben oftmals überflogen und die Züchter im Ruhrgebiet früher anfingen, als wir hier auf der östlichen Flanke. Das ist bei so einem Wind alles normal und nicht weiter dramatisch. Aber trotzdem müssen unsere eigenen Tauben dann kommen und in die Preise fliegen. Das führte dann schließlich dazu, dass wir (sehr anschaulich) in der RV 17/11 Preise flogen, im Regionalverband (als östlichste RV) 17/10 Preise und in der Nationalpreisliste (ebenfalls als östlichste RV) 17/9 Preise. So war alles ok, so war es erwartbar und so haben unsere Tauben eine gute Leistung gebracht. Der gestern erwähnte 956, der nun in den Zuchtschlag wechselt, flog damals den 8. Konkurs in der RV. Er war frühzeitig abgebogen und nicht bis ins Ruhrgebiet mit geflogen. Sonst hätte er nicht so früh kommen können. Ein Stück weit war das natürlich seine Erfahrung. Je mehr Erfahrung eine Taube hat, desto eher trennt sie sich von anderen Schwärmen. Aber er hat damit auch ein bißchen seine Qualität gezeigt dieses zu tun. Und so etwas weiß ich sehr zu schätzen. Tauben müssen auch mal ihren eigenen "Willen" zeigen. Speziell in größeren Konkurrenzen.
Der beschriebene Flug war übrigens ein gutes Beispiel dafür, dass wir viel zu wenig große, gemeinsame Auflässe machen. Das waren drei Regionalverbände und die Tauben hatten in dieser Konstellation noch nie geflogen. Sie flogen dann, natürlich auch windbedingt, viel westlicher, kamen allesamt von hinten zurück. Aber bei diesem "Zurückkkommen" taten sich die älteren Tauben mit mehr Erfahrung doch ein wenig leichter. Leider machen wir solche großen gemeinsamen Flüge viel zu wenig und viele der sogenannten "Spitzenschläge" lehnen sie auch ab. Sie wissen sehr genau warum.....das hat einfach mit der Qualität ihrer Tauben zu tun. Weite Entfernung und dann noch große Konkurrenzen....da wird es dann manchmal bei diesen "Spitzenschlägen" ziemlich erbärmlich mit der Preisausbeute.
 

Dienstag, 25.10.2022
Sascha am 25.10.2022 um 16:36 (UTC)
 In einem etwas älteren Interview mit Günter Prange, dass ich nun einmal wieder gelesen habe, wurde der Meisterzüchter dahin zitiert, dass die Reisevögel, die er in die Zucht übernimmt, eigentlich auch gezeigt haben sollten, dass die auf 600 oder besser 700 KM-Flügen sehr gut in die spitze fliegen können.
Wenn man sich darüber Gedanken macht, dann ist das auch nur folgerichtig. Denn Tauben, die man in die Zucht übernimmt, sollten neben dem Leistungshintergrund v.a. auch eine gewisse "Härte" oder "Widerstandsfähigkeit" haben. Leider gehen wir im deutschen Programm mehr und mehr davon ab diese Flüge überhaupt durchzuführen. Der größte "Anspruch", den wir an die Tauben im RV- und Regionalverbandsprogramm noch stellen, sind zwei 500 KM-Flüge, wo sie oft nach sechs Stunden Flugzeit zuhause sind. Das hat natürlich mit einem anspruchsvollen Flug nichts mehr zu tun.
Günter Prange weiß schon sehr genau warum er gerne Tauben in die Zucht setzt, die auch mal neun, zehn oder elf Stunden auf dem Flügel sein können. Aber wer hat die denn in Deutschland inzwischen noch? Man sieht das auch aktuell in den Auktionen bei den Spitzentauben, die dort Eltern oder Großeltern der angebotenen Tiere sind: Spitzenpreise, viele Preise und auch oft erste Konkurse. Aber wenn man genauer schaut, dann sind das sehr oft eben Preise auf 200 oder 300, auch mal auf 400 KM. Das ist sicherlich auch klasse. Aber oft fliegen diese Tiere auf den weiteren und schwereren Flügen nicht mal einen Preis.
Wenn wir uns ab und an eine Taube hinzu holen, dann achten wir inzwischen sehr darauf, dass die Eltern oder Geschwister dieser Taube v.a. auch die wenigen weiten Flüge, die wir im Programm in Deutschland noch haben, sehr gut bestritten haben. Möglichst mit Spitzenpreisen.
Man sieht das z.b. an der Spendentaube für die Westfalenmeisterschaft, die ich hier vorgestern verlinkt habe. Sie stamm aus einer Täubin, deren Vater auf einem 500 KM-Flug den ersten Konkurs regional geflogen hat und auf dem 600er im gleichen Jahr den ersten Konkurs in der RV und den 6. Konkurs regional. Das zeigt uns zumindest ein weing, dass diese Tauben etwas vertragen und hart arbeiten können.
Wir nehmen aus unserer Reisemannschaft z.b. in diesem Jahr unseren 17-956 in unser Zuchtabteil. Der Vogel hat insgesamt 47 Preise geflogen. In diesem Jahr noch 11 Preise. Er ist wahrlich kein spitzenflieger. Eher eine zuverlässige Taube, die einigermaßen regelmäßig ihre Preise geflogen hat. Aber wir nehmen ihn in die Zucht, weil er doch mehrere Preise auf den weitesten Flügen, die wir jeweils bestritten haben, erringen konnte, Ab Amstetten, ab Pocking, ab Passau. Nur 2019 auf Micheldorf (600 KM), als die Tauben teilweise in Gewitter gekommen sind, flog er auf einem weiten Flug keinen Preis.
Er hat eine gute Abstammung und ist ordentlich in der Hand und wir denken immer, dass man auch solche Tauben in der Zucht benötigt, um ein bißchen so etwas wie "Härte" im Bestand zu behalten. Das wird mit den heutigen Kurzstrecken-Reiseprogrammen sowieso immer schwieriger.
 

Montag, 24.10.2022
Sascha am 24.10.2022 um 06:43 (UTC)
 Die aktuellen Außentemperaturen sind für die Jahreszeit deutlich zu hoch und sollen sogar zum Mitte der Woche noch etwas ansteigen. Das mag für die Natur vielleicht nicht ideal sein. Das kann ich nicht beurteilen. Aber den Tauben tun diese wärmeren Temperaturen in der Mauser wirklich gut. Sie fühlen sich bei diesem Wetter einfach besser als wenn es ständig kalt und nass ist. Sie glänzen schon richtig schön, sitzen nicht aufgeplustert da und rühren sich nicht.
Da unsere Jungtauben allerdings noch nicht getrennt sind und Männchen und Weibchen gemeinsam im Jungtierschlag sitzen müssen wir ein wenig aufpassen, dass sich da nicht noch Paare bilden jetzt. Dass da nun noch Täubinnen legen möchten wir nicht so gerne haben. Wenn es also "zu wild" wird dort, dann werden wir die Weibchen vom Jungtierschlag nehmen und in die Voliere setzen. Die Dachvoliere am Witwerschlag bleibt heute allerdings geschlossen, denn es ist extrem windig und da gehen die Tauben ohnehin nicht nach draußen. Es zieht sonst zu sehr in den Schlag hinein, wenn der Südwestwind genau auf dem Ausflug der Voliere steht.
Die Futtermenge, welche die Tauben derzeit erhalten, bleibt weiter angepasst an die Temperaturen relativ gering. Sie brauchen nicht so viel bei diesem Wetter.
Im Übrigen probieren wir ja auch immer gerne etwas aus und wir versorgen im Moment einige Tauben, die noch ausgelesen werden, nur mit sehr viel Weizen und dem billigsten Futter. Dazu gibt es nur ein paar Mineralien. Diese Tauben mausern nicht einen Funken schlechter als die Tiere, die mit sehr reichhaltigem und sortenreichen Futter versorgt werden. Ich wette, dass man nach Abschluss der Mauser die Tauben rein vom Federwerk her kaum oder gar nicht unterscheiden könnte.
 

Sonntag, 23.10.2022
Sascha am 23.10.2022 um 04:42 (UTC)
 Zugunsten des Ausrichters des Siegertages der Westfalenmeisterschaft 2022 (ich habe darüber hier ja schon geschrieben - er findet am kommenden Samstag, den 29.10. in Verl statt), haben wir auch eine Jungtaube gestiftet. Der Junge Vogel stammt aus unserem 573, der 2020 50. As-Vogel BRD, 5. bester jähriger Vogel in Westfalen und 2. bester jähriger Vogel im Regionalverband 412 wurde. Nachdem er als Jähriger 2020 so gut flog mit 11/11 Preisen und 956,56 AS-Punkten haben wir den 573 direkt in die Zucht gesetzt. Schon in seinem ersten Zuchtjahr brachte der 573 uns dann den 21-14, der in dieser Saison als Jähriger 10/12 Preise geflogen hat und 55. jähriger As-Vogel in Westfalen wurde.
Die Mutter des Spendenvogels stammt aus dem Schlag von Heinz Prenger-Millies aus der RV Werl hier bei uns im Regionalverband. Heinz Prenger-Millies ist in den zurückliegenden zehn Jahren wahrscheinlich der beständigste und stärkste Schlag in unserem Regionalverband. Die Mutter des Spendenvogels kommt aus seinem 376, der ebenfalls schon zweijährig, nachdem er von 19 Einsätzen 17 Preise mit 4x 1. Konkurs geflogen hatte, in den Zuchtschlag gesetzt wurde. Gepaart an den 376 war wiederum eine Tochter des eigentlich Stammvogels von Heinz Millies, einem originalen Andre Roodhoft-Vogel.
Ich denke schon, dass in dieser Spendentaube ordentlich Leistung versammelt ist. Das sind keine Tauben, die nur bei Rückenwind mit "Schwanz hoch" nach hause ihre Preise fliegen, sondern die auf der Südost-Richtung einiges vertragen und auch die harte Arbeit bewältigen können, wenn es denn nötig ist.
Der junge Vogel wurde hier vor drei wochen abgeholt. Zu dem Zeitpunkt hatte er noch 4 Federn stehen und war stark in der Mauser (man sieht das auf dem Foto, dass da die Mauser ein wenig "weg korrigiert" wurde). Aus meiner Sicht ist er in der Hand ausgezeichnet mit einem sehr guten Rücken, guter Muskukatur und einem sehr geschlossenen Becken. Was er im Kopf hat und was er davon vererben kann - das weiß ich natürlich nicht. Aber ich denke die Vorraussetzungen sind insgesamt sehr gut und ich denke, dass es einfach eine gute Taube ist. Der Vogel kann, so denke ich, problemlos schon im Frühjahr angepaart werden.

Hier geht es zur der Pre-Auktion der Westfalenmeisterschaft. Die endgültige Versteigerung findet dann auf dem Siegertag in Verl statt.

Spendentaube zugunsten der Westfalenmeisterschaft

Hier die Spendentaube:



Hier der Vater der Spendentaube


 

Samstag, 22.10.2022
Sascha am 22.10.2022 um 11:09 (UTC)
 Für eine besondere Auktion, die im November starten wird, haben wir im Frühjahr schon gerne eine Taube zugesagt und gespendet. Diese Versteigerung beginnt irgendwann im November und wir haben dafür eine Jungtaube von unseren Sommerjungen gestiftet, die gegen Ende August geschlüpft ist. Ich will dem Ganzen hier noch gar nicht vorgreifen, sondern werde dann zu gegebener Zeit noch darauf hinweisen. Aber heute habe ich mal wieder versucht ein Foto dieser Taube zu machen. Das mache ich hier manchmal eigenständig und mir gefallen diese Fotos eigentlich sehr gut, weil man meiner Ansicht nach die Taube etwas besser "erkennt", als auf den mit Schablone bearbeiteten Bildern. Für eine Taube, die nun erst fast genau zwei Monate alt ist, wirkt sie doch auf dem Bild sehr stattlich, wie ich finde und ich kann sagen, dass sie auch eine - unserer Meinung nach - hervorragende Abstammung hat. Aber was Abstammungen betrifft sind wir auch etwas anders, als viele andere Züchter. Wir wollen keine Urenkel von irgendwelchen van den Bulcks oder was sonst gerade in Mode ist. Wir wollen Kinder und Geschwister von Leistungstauben. Dann ist uns die Abstammung weitgehend egal. Es muss Leistung drin stecken und bei dieser Taube ist das so - das kann ich jedenfalls sagen. Alles Weitere dann zu gegebener Zeit.

 

Freitag, 21.10.2022
Sascha am 21.10.2022 um 05:28 (UTC)
 Vor Kurzem hatte ich geschrieben, dass unsere Tauben mit Begeisterung die Blätter eines Holunderstrauches verzehren und ganze Zweige ruckzuck von Blättern kahl fressen. Nun habe ich einmal ein wenig nachgelesen und festgestellt, dass sich in Holunderblättern giftiges Sambunigrin befindet, das bei empfindlichen Menschen heftigste Übelkeit und andere Beschwerden auslöst. Das gilt ebenso für Beeren, wie für Blüten und die dekorativen Fiederblätter. Aber bei unseren Tauben scheint das wohl nicht so zu sein, denn sonst fräßen sie die Blätter oder in freier Natur die Beeren doch nicht, oder? Ehrlich gesagt weiß ich es nicht und kann es nicht beurteilen.
Aber vor einigen Jahren hatten wir auch Efeu an unserem Haus, der bis auf das Dach gewachsen war. Besonders die Jungtauben fraßen an diesem Efeu mit großer Begeisterung und es hat ihnen augenscheinlich nie geschadet.
Ein Sportfreund hat mir gestern geschrieben und er hatte auch Fotos dazu geschickt, dass er seinen Tauben nun Zweige der Zitronenmelisse zur Verfügung gestellt hat und dort war das Fressverhalten der Tauben genauso wie bei uns am Holunder. Wir werden das alles auf jeden Fall weiter testen und ich werde mich in dieser Hinsicht noch ein wenig versuchen schlau zu machen.
 

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