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Sonntag, 26.03.2023
Sascha am 26.03.2023 um 07:14 (UTC)
 Gestern hatten unsere Tauben keinen Freiflug. Am Morgen war ich arbeiten und nachmittags fand dann unsere RV-Frühjahrsversammlung statt, an der wir natürlich teilgenommen haben. Es waren 45 stimmberechtigte Sportfreunde vor Ort und das ist doch noch eine recht stattliche Anzahl, wenn man bedenkt wie jämmerlich klein andere Reisevereinigungen sind. Dabei waren natürlich nicht alle sportfreunde vor Ort und einge Züchter bilden ja auch Schlaggemeinschaften. Aber es ist doch noch eine ordentliche Zahl insgesamt. Es war dann auch eine sehr harmonische Versammlung in denen noch einmal einige wichtige Dinge beschlossen und besprochen wurden besonders auch zur Vorbereitung der Reise.
Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen damit die Tauben auch trainieren können. Aber das wird doch noch etwas schwierig in den nächsten Tagen. Regen, Wind, Kälte, - das ist alles nicht ideal. Vielleicht hier und da auch noch einmal etwas Schnee. Man muss geduldig bleiben. Was ich meine festgestellt zu haben in den letzten zwei, drei Jahren ist, dass hier bei uns im Binnenland die Tage mit böigen Winden, wie man sie sonst aus den Küstenregionen kennt, deutlich zugenommen haben. Tauben sind da nicht so sehr empfindlich und können schon Wind vertragen. Aber gerade bei den ersten Freiflügen ist doch die Verletzungsgefahr immer groß und da muss man schon vorsichtig sein.
Die Witwer erhalten derzeit Zucht- und Mauserfutter und weiter immer reichlich Mineralien und dazu die Marienpulver, wie immer. Damit sollten sie ordentlich Muskulatur aufbauen können und langsam wieder in Form kommen.
Gestern las ich in einem Beicht noch einen interessanten Satz, den ich sehr richtig fand. Ein Sportfreund sagte dort sinngemäß: Meine Reisetauben erhalten immer ein Eiweißpulver nach dem Flug. Aber im Futter sind auch immer Erbsen enthalten. Bei einer Pulvergabe bin ich nie sicher wieviel eine Taube wirklich benötigt. Bei den Erbsen sehe ich es, wenn sie liegen bleiben. Dann ist es genug."
So handhaben wir das hier auch seit vielen Jahren. In unserem Reisefutter sind auch immer Erbsen und das ist schon ein guter Indikator dafür wie die Tauben nach einem Flug regeneriert haben.
Bezüglich Regeneration fiel mir dann noch wieder ein, was mir ein Sportfreund vor einigen Jahren berichtete. Er hatte zwei oder drei Tauben mit GPS-Ringen gereist und auf dem ersten Preisflug kam eine dieser Tauben am späten Nachmittag heim, nachdem die Preistauben und die folgenden alle schon bis Mittag zuhause waren. Er las dann mit seinem Computer den Ring aus und stellte fest, dass dieser Vogel mit dem GPS-Ring den Heimatschlag weit überflogen hatte und als er nach hause kam fast genau 600 Kilometer statt 220 unter den Flügeln hatte. Und über diese Dinge macht man sich oft wenig Gedanken. Die Preistauben sind in zweieinhalb Stunden nach hause geflogen und mussten nicht viel tun und entsprechend auch wenig regenerieren. Aber diese Tauben, die am Nachmittag oder manchmal auch am nächsten Morgen erst heimkommen betreuen meiner Ansicht nach viele Sportfreunde (wir selbst wahrscheinlich auch oft) nicht so gut, wie es sein müsste. Im Grunde genommen muss man diese Tiere dann auch so versorgen, wie man es nach einem 600 KM-Flug mit allen Tauben machen würde. Ich selbst werde jedenfalls versuchen in diesem Reisejahr etwas mehr darauf zu achten.
 

Freitag, 24.03.2023q
Sascha am 24.03.2023 um 16:58 (UTC)
 Wir haben hier obwohl es noch März ist, richtiges "April-Wetter". Regen, Sonne, Wind und Windstille wechseln sich immer wieder ab. Es ist gottseidank nicht so kalt, sodass man es draußen oder auf den Taubenschlägen einigermaßen aushalten kann. Das Wetter scheint auch noch einige Zeit so zu bleiben, es wird wohl auch zwischendurch nochmal deutlich kühler, sodass viele Sportfreunde hier in der Gegend ihre Tauben nur sehr schwer in den regelmäßigen Freiflug bekommen. Womit man wieder die Frage diskutieren muss ob es wirklich notwendig ist schon Mitte April Vorflüge anzupeilen und Ende April bzw. am ersten Mai hier Preisflüge anzusetzen. Ich finde das nicht notwendig und hielt es für besser mit etwas mehr Geduld an die Reise heranzugehen. Insbesondere im Sinne der Tauben, die oft mehr als ein halbes Jahr festgesessen haben, hielte ich es für sehr wichtig die Reise etwas später zu beginnen. Aber das ist oft eine müßige Diskussion, die nicht zum Ziel führt.
Im Zuchtschlag habe ich in den letzten drei Tagen fast alle Jungtiere geringt. Es kommen morgen nochmals vier Junge dazu, dann nochmal zwei und dann ist die erste Runde mit 38 Jungtieren innerhalb ganz kurzer Zeit beringt. Und dann kann ich alle Jungtauben, die bei uns bleiben, auch praktisch gleichzeitig absetzen. Einige junge Weibchen gehen aber auch zu anderen Züchtern um dort gereist zu werden. Insgesamt ist es aber ausgesprochen angenehm für den Züchter wenn man in zwei, drei Tagen alle Jungtiere absetzen kann und die Runde sehr gleichmäßig alt ist. Es macht es alles etwas einfacher.
Die Zuchttauben haben hier seit dem Schlüpfen der Jungen nur Futter, Wasser und reichlich Mineralien bekommen und die Jungtiere sahen jetzt beim Beringen hervorragend aus. Es soll mir bitte niemand mehr erzählen, dass zig Beiprodukte notwendig sind um ein gutes, gleichmäßiges Gelege und gut aufwachsende Jungtiere zu haben. Das ist großer Quatsch! Vielleicht kann man neben den Mineralien mal ein Multivitamin geben oder auch mal Grünzeug oder etwas tierisches Eiweiß. Aber dann ist es auch wirklich gut. Man will zwar schöne Jungtiere haben, aber ich möchte auch keine "Fettklöße" aufziehen, die schon beim Absetzen eine verfettete Leber haben. Insofern sind ein gutes Zuchtfutter und viele Mineralien (übrigens ohne diverse Lockstoffe wie Sämereien, Bäckereierzeugnisse usw,) eigentlich schon fast ausreichend für eine gute Jungtieraufzucht.
 

Donnerstag, 23.03.2023
Sascha am 23.03.2023 um 17:05 (UTC)
 Heute konnte man einmal wieder sehen was selbst kurzfristige Wettervorhersagen so wert sind. Für unsere Region war starker Wind angekündigt. Böen bis 70 Stundenkilometer. V.a. am Nachmittag. Mehrere Wetterportale und Apps hatten dieses so vorhergesagt. Es war der ruhigste Nachmittag der ganzen Woche und es war beinahe windstill. Nur geregnet hat es immer wieder.
So ist es häufig auch im Sommer an den Flugwochenenden. Da wird schon dienstags oder mittwochs irgendein markantes Wetter für das Wochenende vorhergesagt. Viele Züchter und Flugleiter geraten in Unruhe und dann werden die Flüge munter hin und her geschoben. Und am Flugtag kommt es dann oft völlig anders. Kein Wunder, wenn Vorhersagen nicht einmal ganz wenige Stunden im Voraus stimmen.
Ich bin inzwischen der Meinung, dass man die Flüge so anfahren sollte, wie sie angesetzt sind und dann, wenn die Tauben im Kabi sind, ein erfahrener Flugleiter immer noch entscheiden kann, was zu tun ist.
Mindestens drei Viertel aller Sportfreunde mit denen ich im zurückliegenden Herbst und Winter über die Flugverlegungen gesprochen habe, sind nur noch angenervt von dem, was in vielen RVen und Regionalverbänden inzwischen im Sommer passiert hinsichtlich ständiger Verlegungen. Aber Gehör finden sie in ihren Vereinigungen meistens nicht.
Es wird oft darüber gesprochen warum unser Hobby nicht mehr attraktiv ist für Neuanfänger oder Wiedereinsteiger. Es gibt da sicherlich viele Faktoren. Aber die vielerorts üblichen und ständigen Flugverlegungen sind sicherlich auch ein Punkt warum sich mancher den Brieftaubensport nicht (mehr) antun möchte.
 

Mittwoch, 22.03.2023
Sascha am 22.03.2023 um 04:30 (UTC)
 Gestern gab es erneut Freiflug für die Reisevögel und dieser verlief sehr zufriedenstellend. Die Vögel gingen freiwillig heraus, bewegten sich gut und nachdem ich sie nach einer Stunde wieder hereinrief waren sie ruckzuck wieder im Schlag. Mit Ausnahme des Vogels, der schon vorgestern nicht einspringen wollte. Ich habe ihn wieder im Jungtierschlag eingelassen. Das Wetter ist auch nicht so, dass man ihn einfach sitzen lassen könnte.
Ohnehin wird das Wetter in den nächsten Tagen wohl schwierig. Es soll hier teilweise sehr stürmisch werden. Dann wäre ein Freiflug für die Tauben nicht möglich, denn gerade bei den ersten Flügen draußen ist dann doch die Verletzungsgefahr sehr groß. Das muss dann nicht sein.
Im Zuchtschlag werde ich wohl heute die ersten Jungtiere des neuen Jahrgangs beringen. Dann schaue ich erstmals richtig in die Nistschalen und überprüfe ob sich alle Jungtiere gut entwickelt haben. Bei einigen Paaren weiß ich nicht einmal ob beide Jungtiere geschlüpft sind. So genau habe ich da noch nicht nachgesehen.
Letztens berichtete mir ein Züchter stolz, dass seine erste Runde Jungtauben bereits im Freiflug sei und die zweite Runde nun abgesetzt werde. Auf meine Frage wieviele Jungtiere es seien erklärte er, dass die erste Runde 67 Jungtiere stark sei und nochmal etwa so viele abgesetzt werden. Also insgesamt 130 Jungtauben. Es muss jeder selbst entscheiden wieviele Junge er züchtet, aber ich habe ihm gesagt: "Wenn bei den ersten 67 Jungtieren nicht ausreichend Gute dabei sind, dann sind sie es bei 130 Jungtauben auch nicht." Die Massenzucht, die inzwischen vielerorts betrieben wird kann ich nicht nachvollziehen. Aber ich vermute, dass es auch einfach damit zu tun hat, dass sich viele Sportfreunde zu viele neue Tauben zulegen und diese dann probieren wollen und außerdem, dass sie der eigenen Qualität im Bestand nicht trauen. Aber wenn jemand Spaß daran hat so viele Jungtiere zu versorgen, sauber zu machen, zu trainieren usw. dann soll er es tun. Wir machen das hier nicht. Es muss in einem angemessenen Rahmen bleiben und ich behaupte, dass ein Züchter, der 130 oder mehr Jungtiere züchtet nach zwei oder drei oder vier Jahren auch nicht mehr gute Tauben aus diesem Jahrgang in seinem Bestand hat, als jemand der nur 50 Jungtiere züchtet. Es ist immer alles eine Frage der Qualität. Wenn man sieht dass Sportfreunde nur ein Geschlecht reisen und die Jungtiere des anderes Geschlechts abgeben, sie aber selbst trotzdem 70 oder 80 oder mehr Jungtauben an den Start gehen, dann kann man sich auch Gedanken darüber machen wie dort wirklich die Qualität der Tauben im Bestand ist.
Ich bin gespannt wie sich unsere Jungtiere dieses Jahr entwickeln und ob am Ende wirklich ein paar Gute darunter sind.
 

Montag, 20.03.2023
Sascha am 20.03.2023 um 17:05 (UTC)
 Heute habe ich den Tauben das erste Mal Freiflug gegeben. Am zurückliegenden Wochenende hatte ich noch keine Lust und wenig Zeit dazu. Die Schläge wurden geöffnet und die Vögel durften machen was sie wollen. Es waren fast alle Tiere draußen und sie flogen auch schon teilweise schön im Schwarm. Nachdem die Tauben sich etwa 90 Minuten draußen aufhalten konnten habe ich sie herein gerufen. Ich war gespannt wie das funktioniert, denn es ist bei uns aufgrund der Lage unserer Schläge auf dem Hausdach immer sehr schwieirig die jährigen Tauben im Frühjahr umzugewöhnen. Wir haben das stets gemacht wenn sie gepaart waren. Auf einem Nest oder auf Treiben. Heute war es das erste Mal in den vergangenen 40 Jahren, dass die Vögel getrennt waren und das erste Mal Freiflug erhielten. Was soll ich sagen? Sie kamen so gut herein wie noch nie. Innerhalb weniger Minuten waren bis auf einen einzigen Vogel alle Tauben im Witwerschlag eingesprungen. So etwas haben wir noch nie gehabt hier. Den letzten Vogel habe ich schließlich auf dem Jungtierschlag hereingelassen. Er erhielt kein Futter und morgen werden wir es mit ihm erneut versuchen. Aber dass die ungepaarten jährigen Vögel so gut einspringen hätte ich nie erwartet. Zumal sie bisher nur ein Mal kurz verpaart und auf Eiern waren und auch erst Mitte Januar auf die Witwerschläge umgezogen sind. Ich bin wirklich erstaunt.
 

Sonntag, 19.03.2023
Sascha am 19.03.2023 um 17:41 (UTC)
 Gestern habe ich das letzte Reisefutter für die anstehende Saison gekauft. Das Futter für die gesamte Altreise liegt nun hier und kann dann zu gegebener Zeit eingesetzt werden. Die Tauben werden auch in diesem Reisejahr wieder nach dem Versorgungsplan "Athletic Südost" der Firma Matador versorgt. Wir werden auch wieder die entsprechenden Mischungen von Matador verwenden. Da diese Mischungen aber hier und da kleine "Schwächen" haben (ich hatte z.b. darüber geschrieben, dass der Mais in der Mischung "Premium Athletic" sehr groß ist und ungern gefressen wird), werden die Mischungen in diesem Jahr mit anderen, relativ ähnlichen Mischungen anderer Hersteller gemischt. So bekommen wir wieder drei verschiedene Mischungen für die Fütterung während der Woche, die aber auch noch aus Futter verschiedener Hersteller zusammengesetzt sind. Am System ändert sich also nichts. An den Nährwerten der einzelnen Mischungen wenig. Nur wird das Futter insgesamt noch etwas variantenreicher und hoffentlich auch noch zu bestimmten Phasen besser aufgenommen. Wir werden es sehen. Wie sich das hinsichtlich der unterschiedlichen Futtermischungen im Detail gestaltet, werde ich noch einmal hier gesondert schreiben, wenn die Reise los geht.
Als wir gestern unser Futter kaufen waren (ich war mit einem befreundeten Züchter unterwegs) hörte ich auch wieder einiges über den teilweise desolten Zustand des Brieftaubensports in Deutschland. Da gibt es im Regionalverband 405 eine RV, die mangels Züchtern, aufgelöst werden muss. Die verbliebenen Sportfreunde - teilweise sehr stark reisende Schläge - wurden nun einer anderen RV zugeordnet durch den Verband. Und die Reisevereinigung, welche die Sportfreunde aufnehmen soll (es ist eine Nachbar-RV mit der man immer im Regionalverband gemeinsam gereist und konkurriert hat) wehrt sich mit allem was sie kann diese wenigen Züchter aufzunehmen, sodass es möglicherweise sogar dazu kommt, dass die Angelegenheit gerichtlich entschieden werden muss. Wie weit sind wir eigentlich im deutschen Brieftaubensport gekommen?! Die immer weniger werdenden Sportfreunde bekriegen sich untereinander wo es nur geht, weil sie dem anderen Sportfreund nicht das Schwarze unter dem Fingernagel gönnen!
Woanders legen RV-Vorsitzende ihr Amt nieder, weil die Züchter der eigenen RV den Ideen und Vorstellungen des Vorsitzenden nicht so wirklich folgen wollen. Eigentlich hatte ich immer gedacht, dass es umgekehrt sein sollte. Der Vorsitzende setzt das um, was ihm seine Mitglieder in einer demokratischen Entscheidung auftragen. Aber scheinbar gibt es auch Leute, die das anders sehen.
Über einen Regionalverband in dem einige RVen plötzlich die Reiserichtung zum Frühjahr ändern wollten und dieses mehrheitlich beschlossen, hatte ich bereits geschrieben. Nun scheint es so, dass ein Teil dieser RVen wieder einen Rückzieher macht. Nicht dass man dort vernünftiger geworden wäre. Aber nach dem Überschlagen und Überdenken der sich dann ergebenden Situation, hat man dort wohl festgestellt, dass die dann für die eigene RV neu entstehende "Lage" in dem neuen Konstrukt doch nicht so gut ist - und schon macht man die Rolle rückwärts.
Unser Verband versucht aktuell zu sparen wo er kann und das müssen wir als Verantwortliche der "Westfalenmeisterschaft" nun auch erfahren, denn unser bisheriger Verrechner wird die Ergebnisse nicht mehr auswerten dürfen - wir bekommen aus Kostengründen wohl einen anderen. Hier muss man einmal abwarten wie sich das alles entwickelt.

 

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