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Mittwoch, 23.11.2022
Sascha am 23.11.2022 um 07:39 (UTC)
 Auf dem Papier versuche ich ja aktuell die Planung für unsere Zuchtpaare voran zu treiben. Ich mache mir immer wieder Notizen, arbeite mit unserem Abstammungsprogramm und überlege mir, wie ich die Zuchtpaare zusammenstelle. Mir kommt dabei aber immer wieder in den Sinn, dass man sich dabei vermutlich gewaltig überschätzt. Denn letztlich weiß niemand was am Ende an Nachzucht dabei herauskommt, wenn ich zwei Partner zusammen setze. Man kann auf verschiedenste Dinge achten und sich unglaublich viele Gedanken machen und trotzdem hat man am Ende eines Zuchtjahres immer nur wenige gute (wenn überhaupt) Tauben gezüchtet. Schaut man einmal nach drei oder vier Jahren was aus einem Zuchtjahrgang nach der Selektion etc. noch übrig ist, dann sind das immer nur sehr wenige brauchbare oder gute Tauben.
Trotzdem ist es eine schöne Beschäftigung sich mit der Zucht zu befassen, Zuchtwege zu studieren und zu versuchen selbst gute Tiere zu züchten. Und manchmal gelingt es ja auch, dass man Erfolg (und v.a. Glück) mit seinen Überlegungen hat. So habe ich in 2021 das Elternpaar unseres 26, der in diesem Jahr 9.bester jähriger in Westfalen wurde, schon sehr gezielt zusammen gesetzt. In dem Fall waren zwei Faktoren für mich leitend: ich wusste, dass diese beiden Zuchtlinien gut zusammen harmonieren und schon häufiger gute Tauben daraus gefallen sind und nach meiner Vorstellung passten die beiden Eltern körperlich sehr gut zusammen. Und mit dem 26 ist dann auch eine Taube herausgekommen, die genau so ist, wie wir sie uns hier vorstellen.
Am Rande bemerkt: ein Geschwister, dass rein äußerlich praktisch ein Ebenbild des 26 ist, steht ja aktuell noch in der Pre-Auktion der RV Dinslaken. Ich hatte die Taube hier am 13.11. bereits ausführlich vorgestellt. Hier geht es noch einmal zu der Pre-Auktion:

Ein direktes Geschwister zu, 9. besten jährigen Vogel in Westfalen

Wie auch immer: wenn dann Zuchtbemühungen so gelingen, dann ist man natürlich erfreut. Aber viel häufiger klappt es dann ja doch nicht so mit den eigenen Überlegungen und die Tauben werden möglicherweise körperlich durchaus so, wie man sich das vorstellt. Aber sie haben es halt trotzdem nicht im Kopf". Dennoch ist es wichtig solche Dinge zu verfolgen: welche Linien passen zusammen, wie harmonieren diese Tauben körperlich, wenn man sie aneinander paart usw.
Diesbezüglich hatte ich dann gestern auch zwei interessante Telefonate: zunächst hatte sich der Züchter gemeldet, der mir so viele Unterlagen geschickt hatte (ich hatte das hier geschrieben). Er wollte mir eigentlich "nur" Anschauungsmaterial liefern, denn er hat einen Taubenstamm der immer wieder sehr gute Nachzucht liefert und er paart die Tiere immer wieder in der Linie und trotzdem kommen gute Tauben heraus. Und das funktioniert halt auch oft, wenn das Ausgangsmaterial sehr gut ist und man immer weiter auf Leistung selektiert. So war es im Grunde genommen ja bei den Gebrüdern Janssen auch. Man hatte einen sehr starken Taubenstamm, zog sehr oft in Linie oder sogar Inzucht und selektierte aber in den besten Jahren über den Reisekorb und behielt nur die besten zur Zucht. Und dann kann man sicherlich sehr lange einen Bestand auch leistungsfähig und vital halten ohne ständig neue Tauben einführen zu müssen. Aber man muss dann sehr wachsam sein, damit die Vitalität im Stamm auch erhalten bleibt.
Um Vitalität etc, ging es dann auch in dem zweiten Gespräch was ich dann gestern noch geführt hatte. Der Züchter, der aktuell einige Kinder aus sehr alten Zuchttauben anbietet und über die ich auch kurz geschrieben hatte, hat mit mir gesprochen und mir beschrieben was die Merkmale seiner Taubenlinie sind.
Und das ist eben u.a. neben sehr guten Leistungen v.a. die Vitalität der Tauben bis ins sehr hohe Alter. Deswegen befruchten und legen diese Tauben auch sehr, sehr lange. Ich kann das insofern sehr gut nachvollziehen, dass unsere alte Fabry-Linie aus den 70er-Jahren auch so veranlagt war. Aus diesen Tauben konnte man auch sehr, sehr lange sehr gute und leistungsfähige Nachzucht züchten. Wenn man die Tiere dann noch entsprechend führt in der Versorgung und sie nicht massenhaft Jungtauben züchten lässt in jedem Jahr, dann kann man aus solchen Tauben sicherlich oft bis in ein sehr hohes Alter schönen und hoffnungsvollen Nachwuchs züchten. Wenn man, wie dieser Sportfreund, nachweislich auch immer wieder sehr gute Tauben abgegeben hat, die wirklich Leistung gebracht haben (in Zucht und/oder Reise) dann muss in so einem Bestand auch eine Qualität sitzen und diese Qualität (rein genetisch) bleibt dann auch letztlich bis ins sehr hohe Alter der Tauben vorhanden.
Was ich bei unseren Zuchtbemühungen allerdings immer im Hinterkopf habe ist, dass ich ja zunächst einmal für uns Jungtiere für die Reise züchte. Da versuche ich schon zunächst jüngere Zuchttauben aneinander zu setzen. "In Reserve" haben wir dann immer einige ältere Zuchtweibchen, die schon gut vererbt haben und die ich dann im Sommer an bestimmte Vögel setze, um dann Nachwuchs für den Zuchtschlag zu ziehen (dann auch teilweise mal in Linienzucht oder Inzucht). Im Sommer, wenn die Temperaturen dann hoch sind und die Sonne viel scheint, dann wachsen diese Jungtiere dann auch auf wie ein Hefeteig und man hat ohne großen zusätzlichen Aufwand wunderschöne Jungtiere, die man dann wieder züchterisch nutzen kann, wenn man das möchte.
Wenn ich jetzt nach der Mauser so durch den Jungtierschlag gehe, dann nehme ich immer wieder Jungtauben in die Hand. Unsere Jungtiere sind noch nicht getrennt - Vögel und Weibchen sitzen immernoch gemeinsam im Jungtierschlag. Dann freue ich mich, dass die Tauben, die dort nun noch sitzen, einfach allesamt in der Hand so sind, wie ich mir eine Taube vorstelle. Das kann etwas größer sein, oder etwas kleiner. Mal etwas schwächer im Rücken (niemals ganz schwach), mal mit einem ganz tollen Rücken, meistens mit eng geschlossenem Becken (manchmal auch etwas weiter geöffnet, was auch nicht dramatisch ist) usw.
Dort sitzt keine Taube, die uns nicht zusagt - rein körperlich. Ob das dann nachher gute Reisetauben werden wissen wir trotzdem nicht. In den Kopf können wir nicht hinein schauen. Aber rein körperlich haben diese Tauben dazu die Anlagen und das genügt uns erst einmal. Den Rest wird der Reisekorb (zumindest bei den Vögeln) zeigen. Aber dass die Tauben rein körperlich alle so sind, wie wir das haben wollen, ist ein Punkt wo wir züchterisch, so denke ich, gute Arbeit geleistet haben. Alles Weitere zeigt später die Preisliste....
 

Dienstag, 22.11.2022
Sascha am 22.11.2022 um 06:12 (UTC)
 Auch in diesem Jahr werden wir wieder unseren gesamten Taubenbestand gegen Paratyphus impfen. Wir hatten das vor mehr als 10 Jahren mal angefangen und zwei Jahre durchgeführt, sind aber dann wieder davon abgegangen. Damals hatten wir das Gefühl, dass einige Zuchttauben durch die Impfung doch Schwierigkeiten hatten zu befruchten oder zu legen. Wir haben seinerseit immer so etwa vier bis sechs Wochen vor der Anpaarung geimpft so wie uns der Tierarzt das geraten hatte.
Seit nun drei Jahren impfen wir wieder. Das hat damit zu tun, dass ich in den vielen Kontakten zu anderen Sportfreunden, die ich so unterhalte, immer wieder davon hörte, dass es Probleme mit Tauben gab, die auf eine Salmonellen-Problematik schließen ließen und von mehreren Züchter hatte ich auch gehört, dass die Tauben bei Schwierigkeiten tierärztlich vorgestellt wurden und dann oftmals Salmonellen diagnostiziert wurden.
In der heutigen Zeit, in der viele Tauben getauscht und verkauft werden sind die Übertragungswege für Erreger recht kurz und man schleppt sich schnell einmal was in den Bestand. Da wollen wir kein Risiko eingehen und impfen nun seit einiger Zeit auch wieder gegen die Salmonellen.
Im Gegensatz zu damals impfen wir inzwischen aber in größerem Abstand zur Anpaarung. Bei uns bedeutet das, dass wir in etwa eineinhalb Wochen den ganzen Bestand impfen werden. Danach werden es bis zur Anpaarung unserer Tauben (zumindest der Zuchttauben, bei den Reisetauben müssen wir mal sehen) noch mindestens acht Wochen Zeit sein werden.
Wir werden die Tauben auch in diesem Jahr nicht vorbehandeln. D.h. im Vorfeld zur Impfung gibt es kein Medikament. Ich habe diesbezüglich noch einmal hier und da Rücksprache gehalten und Tierärzte und auch befreundete Züchter halten und raten es ähnlich. Sie impfen in den unbehandelten Bestand und wenn anschließend Tauben negativ auffallen, dann werden sie aus dem Bestand genommen. Ich denke, dass das insgesamt doch der beste Weg ist Dauerausscheider und Problemfälle aus dem Bestand zu bekommen.
Was wir allerdings tun ist den Tauben jetzt im Vorfeld zur Impfung immer mal wieder Cholinol Plus von der Firma DHP-Cultura zu geben. Dieses Produkt enthält bestimmte Fettsäuren, welche dazu führen, dass eventuell vorhandende Salmonellen reduziert werden können. So haben unsere Tauben dann zwar eine bestimmte Vorbereitung auf die Impfung, aber ohne dass wir dazu ein Antibiotikum einsetzen müssen.
Etwa zwei Wochen nach der Paratyphus-Impfung bekommen die Tauben dann auch die Impfung gegen Paramyxovirose und wir impfen auch die Zuchttauben noch etwa drei bis vier Wochen gegen Pocken (die Reisetauben erst später). Insgesamt erhoffen wir uns durch die Impfungen neben dem Schutz gegen die jeweiligen Erreger auch einen gewissen Anschub für das Immunsystem der Tiere bis hin zur Anpaarung und letztlich werden die dann durch die Impfung produzierten Antikörper auch über das Ei an die Jungtauben weiter gegeben. Das ist auch ein Grund warum unsere Zuchttauben, v.a. die Zuchtweibchen, zur PMV-Impfung dann nochmals mit dem Impfstoff gegen PMV/Rota geimpft werden. Wir erhoffen uns davon, dass die Antikörper gegen das Rotavirus, welche das Zuchtweibchen nach der Impfung dann noch einmal bildet, auch schon über das Ei ein wenig an das Jungtier weiter gegeben werden und damit schon ein erster (sogenannter maternaler) Schutz vorliegt bis die Jungtiere dann auch gegen PMV/Rota geimpft werden.
 

Montag, 21.11.2022
Sascha am 21.11.2022 um 08:05 (UTC)
 Auch gestern habe ich mich beim Durchschauen von Abstammungen verschiedener Auktionstauben wieder amüsiert. Da waren Tauben dabei, wo die angegebenen Leistungen schon sehr kreativ zusammengefasst waren. z.b. eine Jungtaube aus einem Weibchen, deren Leistungen wie folgt zusammengefasst waren: 20 Preise in 2 Jahren! Da denkt man dann ja, dass die Taube mindestens 1x zweistellig geflogen hat usw. Aber als ich mir die Taube im Internet heraussuchte, sah ich dann, dass die Taube als Jungtier 6/2 Preise geflogen, als Jährige 13/8 (in der Jährigenpreisliste 9 Preise) und als Zweijährige 14/7 in der RV und 14/8 in der FG. Mit etwas "gutem Willem" kommt man da auf 19 Preise....nun ja...man kann sich ja mal verrechnen.
Beim Vater der angebotenen Jungtaube (er hatte als Jähriger wirklich gut geflogen) stand etwas von mehr als 900 AS-Punkten zu lesen. Aber egal wie man es aus rechnete. Die Taube hatte als höchstes Resultat in der FG 828 As-Pkt geflogen.
Nun muss jeder selbst wissen was er an Tauben ersteigert und wieviel Geld er dafür ausgibt usw. Aber mir fällt immer mehr auf, dass vieles oft nur noch aus Halbwahrheiten besteht.
So sind aktuell in einer Auktion Tauben zu bekommen, die aus einem Vogel kommen, der 18 Jahre alt ist. Ich will da gar nichts Schlimmes unterstellen. Aber wenn ein 18 Jahre alter Vogel in einer Zuchtsaison mehrere verschiedene Junge gibt mit unterschiedlichen Täubinnen....dann würde ich persönlich doch eher davon absehen solche Tauben ohne Gentest zu kaufen.
Wobei ich mich nicht genug auskenne um zu beurteilen wie genau so ein Gentest eigentlich ist, denn oft werden diese alten Tauben dann, zumindest auf dem Papier, mit eigenen Töchtern o.ä. verpaart. Wenn man nun statt Vater x Tochter einen Bruder mit einer Schwester (also beides Kinder des Vererbers) verpaart, dann weiß ich nicht inwieweit ein Gentest da die Unterschiede erkennen kann.
Dann ist hier noch etwas merkwürdiges am Wochenende passiert: per Post kam ein großer Briefumschlag mit einer Menge Unterlagen. Reiseleistungen von Tauben, Abstammungen usw. Die Tauben kenne ich nicht und ich habe in den letzten Tagen auch mit niemandem über etwas Dergleichen gesprochen. Auf dem Umschlag war kein Absender und die Abstammungen enthielten teilweise verschiedene Züchteradressen. Ich habe zwar eine Idee von wem die Unterlagen kommen könnten, aber vielleicht mag sich der Züchter ja einmal bei uns melden und uns mitteilen, was wir genau damit machen sollen....
 

Sonntag, 20.11.2022
Sascha am 20.11.2022 um 07:32 (UTC)
 Gestern abend las ich ein wenig in einer Ausgabe der Zeitschrift "De Duif" aus diesem Monat. Darin wurde der Schlag Jos Verkammen aus Vremde in Belgien vorgestellt. Es fiel mir dort ein Foto mit einer jährigen Täubin ins Auge, die in diesem Jahr folgende hervorragende Ergebnisse erzielt hatte:

7. national Chateauroux (526 KM) gegen 5.720 Tauben
48. national Gueret (590 KM) gegen 12.208 Tauben
53. national Bourges (485 KM) gegen 10.366 Tauben
145. national Issoudun (510 KM) gegen 12.349 Tauben
Damit wurde dieses Weibchen 5. nationale As-Taube "Grote Halve Fond" bei den Jährigen Tauben.

Ich habe dann darüber nachgedacht welche jährige Taube in Deutschland wohl überhaupt die Möglichkeit hätte ihr Können auf vier solchen Flügen in einem Jahr (neben mehreren Einsätzen auf Preisflügen auf kürzeren Entfernungen) zu zeigen. Welche Taube kann in Deutschland im normalen Programmspiel mindestens vier Mal über solche oder ähnliche Distanzen in solcher Konkurrenz gespielt werden? Ich vermute nicht eine einzige!

In Deutschland scheut man zum einen die großen Konkurrenzen und die großen Auflässe und es gibt nicht wenige, auch sehr erfolgreiche, Sportfreunde, die am Liebsten nur iirgendwelche Straßenmeisterschaften ausfliegen würden. Diese RV möchte nicht mit jeder Auflassen, jener Regionalverband nicht mit einem anderen. Die Entfernungen dürfen nicht zu groß sein, am Liebsten hat man nur noch 300 KM-Sprinterflüge und ein oder zwei 500er pro Saison sind das allerhöchste der Ansprüche, die wir hier an unsere Tauben noch stellen.

In unserer RV hat man uns Züchtern in der vergangenen Woche auf der Versammlung allen Ernstes einen Reiseplanvorschlag hingelegt, der für unseren Schlag, wenn das Programm so wie geplant durchgeführt werden kann, als weiteste Flüge zwei Flüge ab Passau über 489 KM vorsieht. Da unsere RV im Regionalverband relativ weit vorne liegt, kommen wir dann in der Regionalverbandsvermessung relativ weit vorne und so käme der Regionalverband ab Passau auch auf eine mittlere Entfernung von mehr als 500 KM und hätte damit die Bedingungen erfüllt.
In unserer Versammlung habe ich darauf hingewiesen, dass ich für ein derart anspruchsloses Programm (hinsichtlich der KM-Anforderungen) künftig dann ja auch Wellensittiche auf die Reise schicken könnte.
Nun ist der Reiseplan so noch nicht beschlossen, aber es wird im Regionalverband darauf hinauslaufen, dass sich keine großen Änderungen mehr ergeben werden. Es ist eine Art Kurzstreckenprogramm.
Mit der RV Germania Werne hat eine RV die Mitgliedschaft in unserem Regionalverband gekündigt (man möchte in einen anderen Regionalverband wecheln - ob das schließlich klappt ist noch nicht klar) u.a. mit dem Argument dass die Tauben der Züchter dort jede Woche 50 KM weiter fliegen müssten, als unsere Tauben.
Was wäre ich dankbar wenn unsere Tauben jede Woche 50 KM weiter fliegen müssten und wir irgendwie ein einigermaßen anspruchsvolles Programm hätten mit 500ern und 600ern....aber das wird wohl nichts.
Früher freuten sich die Züchter auf die großen Flüge mit riesiger Konkurrenz und größeren Entfernungen - heute findet das alles nicht mehr statt.
Da hört man von sogenannten Spitzenzüchtern, die auf höchster Ebene um Meisterschaften spielen, so Aussrpüche wie: "Den 600er brauche ich nicht, den muss ich nicht im Programm haben." Vielleicht sollte man sich in Deutschland mal Gedanken darüber machen, warum diese sogenannten Spitzenschläge diese Flüge gar nicht mehr möchten. Warum Schläge, die alljährliche Verkäufe machen und auf 300 oder 400 KM auch hervorragend fliegen, auf einem 600er ihre erste TAube erst kurz vor der Dunkelheit nach hause bekommen und keinen einzigen Preis fliegen....

Es wird häufig darüber diskutiert wo man die besseren Tauben findet und diese gegebenenfalls kaufen sollte. Es kommt da auch immer darauf an, was man an Tauben sucht. Aber in Deutschland findet man sich in der Regel garantiert nicht, weil man hier die Ansprüche so herunter gefahren hat.
Der diesejährige 1. Deutsche Meister mit den Alttauben hat seine zweifellos hervorragenden Resultate auf Flügen mit folgenden Entfernungen in die Wertung gebracht:
335 KM, 351 KM, 389 KM, 389 KM, 436 KM, 516 KM, 530 KM. Der zweite Deutsche Meister aus dem gleichen Regionalverband hat nochmals pro Flug etwa knapp 20 KM weniger. Auch auf diesen Flügen muss man erst einmal so herausragend fliegen. Das ist alles eine super Leistung entsprechend der Meisterschaftsbedinungen.
Aber wir müssen doch festhalten, dass so etwas nichts mehr mit einem anspruchsvollen Flugprogramm für Alttauben zu tun hat.
Die Taube, über die ich weiter oben schrieb, hat diese Leistungen als Jährige erzielt. Selbstverständlich, wie in Belgien üblich, auf der Südwestrichtung. Es ist schon ein wenig anders, wenn man, wie wir hier in Deutschland, teilweise zum Südosten oder Osten reist. Insgesamt sind da die Flugprogramme schon anspruchsvoller in der Regel. Trotzdem müsste es doch möglich sein die Tauben ein wenig mehr zu fordern, als das hier in den allermeisten Reiseplänen inzwischen der Fall ist - v,a, auch hier bei uns. Wir tun der Taubenqualität mit unseren oft viel zu anspruchslosen, weil zu kurzen, und in zu kleiner Konkurrenz stattfindenden Wettflügen einfach keinen Gefallen. Wir züchten auf die Dauer dann einfach aus den falschen Tauben.
 

Samstag, 19.11.2022
Sascha am 19.11.2022 um 06:44 (UTC)
 Jetzt da die Hauptmauser doch in sehr großen Teilen abgeschlossen ist, beginnt für unsere Tauben eine Ruhezeit. Ich denke auch immer, dass das wichtig ist für einen Organismus, der in Zucht und Reise Leistung bringen soll. Ein Körper muss sich auch einmal ein wenig erholen.In dieser Zeit füttern wir irgendwann immer leichter und dann auch teilweise sehr knapp, mit viel Gemüse und viel Rohfaser und meine Meinung ist, dass das den Tauben sehr gut tut.
Wenn ich daran denke, dass nicht wenige Sportfreunde jetzt schon damit beschäftigt sind die Winterzucht vorzubereiten, dann frage ich mich, ob das wirklich alles so ideal ist für die Tauben. Selbstverständlich kann man mit einer Winterzucht gute Tauben züchten und die Elterntiere schaffen das auch problemlos. Aber letzten Endes gehen die Tauben ja direkt aus der Hauptmauser wieder in eine Zuchtphase. Ohne Ruhe für den Körper. Stattdessen werden sie für die Zucht wieder bestens vorbereitet mit gutem Futter und Zusatzprodukten usw. Funktionieren tut das sicherlich und man kann das alles machen....aber meine Gedanken gehen dahin, dass diese Sportfreunde ihren Tauben (v.a. auch ihren Zuchttauben) praktisch nie eine Ruhephase im klassischen Sinn gönnen, wie sie die Natur im Winter eigentlich vorsieht. Und bei allem Bemühen die Tauben bestens zu versorgen und zu belichten und sie in Zuchtstimmung zu bringen etc. denke ich mir oft, dass dieses Vorgehen die Tauben doch auf die Jahre gesehen (wenn man Zuchttauben hat, die schon älter sind und vielleicht insgesamt sehr gut vererben) doch etwas zu sehr ausmergelt und dann die Qualität der Nachzucht fast unmerklich leidet.
Wir sind mit unserer Brieftaubenhaltung heutzutage insgesamt schon sehr weit von der Natur entfernt. Aber was die Zucht der Tauben betrifft und die Führung der Zuchttiere über das Jahr so ist meine Meinung, dass wir uns doch besser etwa an die Jahreszeiten halten sollten.
Für uns hier sieht das so aus, dass nun der Anteil von Gerste und Paddy-Reis und gestutztem Hafer bis etwa zum Neujahrstag immer weiter erhöht wird und dann bei etwa 50 Prozent liegt in unserem Mischfutter und dieses Futter erhalten die Tauben bis etwa eine Woche vor der Anpaarung. Also gut 4 Wochen, denn wir paaren etwa um den 10 Februar herum an.
Im Januar geben wir dann zusätzlich zu der Gemüsefütterung, die wir ohnehin zwei bis drei Mal in der Woche als Brei über das Futter geben immer noch einige Möhren- oder auch Selleriewürfel in das Futter. Das habe ich mir bei Gerard Koopman abgeschaut. Dieser gibt auch noch kleingemahlene Eicheln dazu, aber das habe ich noch nicht getestet. Aber irgendwann werde ich das mal ausprobieren.
 

Donnerstag, 17.11.2022
Sascha am 17.11.2022 um 17:09 (UTC)
 Ich bin ein wenig erstaunt. In schon vier Wochen findet die Deutsche Brieftaubenausstellung in der Westfalenhalle statt und auf der Homepage unseres Verbandes liest man darüber aktuell noch fast gar nichts. Stattdessen macht man ein WM-Tippspiel und veröffentlicht die Öffnungszeiten der Verbandsklinik.
Die DBA war in den letzten Jahren, wenn sie denn stattfinden konnte, zumeist nur samstags einigermaßen gut besucht. Der Sonntag war hinsichtlich des Publikums eher dürftig. Ab diesem Jahr nun findet die DBA an einem anderen Termin statt, zwei Wochen früher als sonst, und statt das nun sehr frühzeitig und offensiv zu bewerben (man sollte nicht vergessen, dass zu dieser Zeit viele Weihnachtsfeiern, Weihnachtsmärkte und weitere Veranstaltungen stattfinden. Es ist also in keiner Weise gewährleistet, dass der Besuch der DBA in etwa ähnlich ausfallen wird, als in anderen Jahren. Es ist möglich, dass die Veranstaltung besser besucht wird, es ist aber mindestens genauso gut möglich, dass noch weniger Besucher als ohnehin schon nach Dortmund fahren.
Ich habe allerdings nicht den Eindruck, dass sich unsere Verbandsspitze darüber groß Gedanken macht. Man macht einfach weiter wie immer und hofft darauf, dass recht viele Besucher kommen. Dabei wäre es gerade durch die Terminänderung und die aktuell ohnehin schwierigen Zeiten (man denke alleine an die massiv gestiegenen Spritkosten) dringend angezeigt die DBA stark zu bewerben und auch hier und da einige attraktive Neuerungen einzuführen.
Unsere Verbandsausstellung ist zu den letzten Terminen ohnehin schon ein massives Minusgeschäft für die Verbandskasse gewesen. Aktuell geht man meiner Meinung nach durch die weitgehende Untätigkeit hinsichtlich einer Bewerbung dieser Veranstaltung über verschiedene Medien etc. das Risiko ein, dass sich das Minus noch einmal deutlich vergrößert. Aber scheinbar scheint das niemanden wirklich zu stören.

 

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