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Donnerstag, 08.12.2022
Sascha am 08.12.2022 um 08:46 (UTC)
 Übermorgen, am Samstag den 10.12. findet in Hamm unser diesjähriger Regionalverbandstag statt. Da wir dort auch geehrt werden, werden an dem Tag auch einige unserer Meisterschaftstauben dort zu sehen sein. Wir müssen schon recht früh am Samstag morgen nach Hamm fahren um dann auch pünktlich vor Ort zu sein. Ich hoffe dass wir dann dort eine interessante Veranstaltung erleben dürfen.

Die Auktion unserer Spendentaube für diesen Regionalverbandstag läuft auch noch bis Samstag nachmittag und wer möchte, der kann hier noch auf unseren Gutschein bieten:

Gutschein über eine Jungtaube 2023 zugunsten des Regionalverbandes 412

Ich hatte vorgestern ja auch über unseren Regionalverband und den Wechsel von zwei RVen geschrieben. Es ist aber nicht nur hier so, dass wieder einmal große Unruhe herrscht. In einem anderen Regionalverband haben mehrere RVen gemeinsam einen Antrag auf eine Änderung der Reiserichtung gestellt. Begründet wird das v.a. mit Kosteneinsparungen, Das scheint, wie so häufig in solchen Fällen, aber eher vorgeschoben zu sein, denn in Wirklichkeit wird es wohl darum gehen, dass sich bestimmte RVen und Züchter mehr Preise versprechen. In der heutigen Zeit noch einen Richtungswechsel anzustreben mit den damit verbundenen Neuanfängen in den Beständen mit jungen Tauben, ist ohnehin arg grenzwertig. Wenn man das allerdings zum Frühjahr anstrebt, obwohl die Jungtauben noch auf einer anderen Reiseroute eintrainiert wurden, dann grenzt das schon an Dummheit! Wenn dann der zuständige Regionalverbandsvorsitzende zurecht darauf hinweist, dass lt. Satzung solche "Richtungsenstscheidungen" nur im Frühjahr getroffen werden können, und dass auch wieder kaum akzeptiert und mit Rechtsbeiständen "gedroht" wird, dann kann man wieder einmal nur feststellen, dass der deutsche Brieftaubensport in den letzten Zügen liegt. Man kann es auch alles nicht mehr verstehen. Diese ewigen Diskussionen um Lage und Richtung und Wind....mir hängt es wirklich zum Halse raus.
In einem anderen Regionalverband muss aufgrund von Mitgliedermangel eine RV wahrscheinlich aufgelöst werden. Die verbliebenen RV-Mitglieder würden sich gerne einer benachbarten RV anschließen. Dummerweise will sie niemand aufnehmen, weil dort sehr stark reisende Schläge sind. Man fürchtet in den potenziell aufnehmenden RVen, dass die Schläge, die dann hinzu kämen, zu viele Preise machen. Nun muss möglicherweise der Verband einschreiten und die Züchter einer RV zuordnen. Das wird vielleicht auch wieder zu großer Unzufriedenheit führen.
Je weniger Zücher es gibt, desto schwieriger wird es ein geordnetes Reisegeschehen in vielen Regionen überhaupt zu organisieren. Statt aber nun miteinander zu arbeiten, wird an allen Ecken gegeneinander gearbeitet. Weil man Angst hat. Angst weniger Preise zu fliegen, Angst Tauben zu verlieren, Angst davor, dass sich das ändert, worin man sich doch über Jahre und teilweise Jahrzehnte so bequem eingerichtet hat. Leider ist Angst noch nie ein guter Ratgeber gewesen. Und so beschleunigt das Verharren in den völlig veralteten Strukruren den Niedergang unseres so schönen Hobbys noch einmal deutlich.
 

Mittwoch, 07.12.2022
Sascha am 07.12.2022 um 07:53 (UTC)
 Gestern haben wir über einen Händlier hier in der Nähe unsere Gerste für die nächsten Wochen bekommen und so werde ich nun bald beginnen unser "Winterfutter" zu mischen. Dazu nehme ich, weil ich es noch hier habe aus der Jungtaubenreise, einen Sack Jan Keen Superlight und einen Sack Premium Vandenabeele von Beyers, einen Sack Premium Zucht Olympia von Matador, einen 20 KG Sack Paddy-Reis, einen 25 KG-Sack Braugerste und dann noch etwa 10 KG gestutzten Hafer und mische das alles in einer Tonne zusammen. So haben wir dann eine Mischung aus etwa 50 Prozent Mischfutter mit verschiedensten Körnersorten und dazu 50 Prozent Gemisch aus Gerste, Paddy-Reis und gestutztem Hafer. Durch den hohen Rohfaseranteil des Futters wird der Darm dann über die Zeit ein wenig gereinigt, zumal wir dann auch immer sehr viel Gemüse hinzu geben. Da das Futter dann auch relativ "leicht" ist und wir obendrein nach Abschluss der Mauser relativ knapp füttern, verlieren die Tauben dann einiges vom über die Mauser doch angesetzten Fett.
Wir machen dann auch immer wieder - je nach Wetterlage etc - ein Mal in der Woche einen Fastentag an dem es gar kein Futter gibt oder allenfalls ein wenig Gemüse. Die Tauben sehen dann immer prima aus und sind in einem sehr guten Zustand. Was wir allerdings auch in der Zeit immer beibehalten ist die Versorgung ein Mal in der Woche mit Mineral- und Konditionspulver.
Diese Versorgung behalten wir zumeist bis kurz vor der Anpaarung bei. Wenn es zur Anpaarung geht dann machen wir das Futter meistens etwas gehaltvoller. V.a. mit Zugaben von Hanf und etwas mehr Zucht- und Mauserfutter.
Wenn es einmal richtig kalt ist mit zweistelligen Minusgraden, dann setzen wir dem Futter manchmal etwas Mais zu.
 

Dienstag, 06.12.2022
Sascha am 06.12.2022 um 07:34 (UTC)
 Wenn man die vielen Veranstaltungen und Auktionen im Brieftaubensport zur Kenntnis nimmt, dann könnte man auf die Idee kommen, dass der Taubensport in Deutschland boomt. Überall ist etwas los, es gibt massenhaft Auktionen, jeder kann sich mit Tauben "verstärken", es gibt Vorträge und Ausstellungen und bald steht die DBA in der Westalenhalle an. Es wirkt als sei da ein rieisig großer Verband mit vielen kerngesunden anderen Organisationen (Vereine, RVen, Regionalverbände), der in seiner vollen Blüte steht.
Stattdessen ist zumindest uns Brieftaubenzüchtern als Insider durchaus bekannt, wie schlecht es im das Hobby Brieftauben in Deutschland bestellt ist. Letztlich sind diese Veranstaltungen und v.a. die vielen (Internet-) Auktionen nur ein Symptom dafür, dass es in vielen Regionen mit dem Brieftaubensport schon sehr bald in seiner jetzigen Form komplett zu Ende geht. Es wird versuch auff allen möglichen Geld zu generieren, um den Taubensport überhaupt am Leben zu erhalten. Das Geld wird oftmals dringen benötigt um große Löcher in der Kasse aus der Vorsaison zu stopfen oder aber im Vorraus Rücklagen zu bilden, um die kommenden ein oder zwei Jahre zu finanzieren.
Das ist kein zufriedenstellender Status Quo, aber er ist auch auf die Schnelle kaum zu ändern. Wenn er denn überhaupt nocht zu ändern ist.
Leider machen wir Brieftaubenzüchter uns darüber hinaus das Leben selbst schwer. Ich hatte vor einiger Zeit hier geschrieben, dass in unserem Regionalverband 2 RVen (eine etwas größere und eine kleine) gekündigt haben um in einen anderen Regionalverband zu wechseln.
Die Ordnungskomission des Verbandes hat diesem Wechsel nun zugestimmt. Das ist auch grundsätzlich in Ordnung, wenn die Züchter dann künftig im Regionalverband 402 spielen möchten. Die Begründung allerdings, mit der die Ordnungskomission diesem Wechsel zugestimmt hat, macht mich fassungslos.
Im vergangenen Winter wurde unsere Verbandssatzung dahingehend ergänzt, dass unter Paragraph 10 Absatz 2 Punkt 2 folgender Passus eingefügt wurde:

"1. Wechsel von Einzelmitgliedern in eine andere Reisevereinigung außerhalb ihres Regionalverbandes oder von Reisevereinigungen in einen anderen Regionalverband sind nur zulässig, wenn ein wichtiger Grund vorliegt."

Und was schreibt nun der Vorsitzende der Ordnungskomission in der Begründung an unseren Regionalverband warum diese beiden RVen nun wechselt dürfen? Ich zitiere: "Es gibt sicherlich nicht den einen „wichtigen“ Grund, aber Gründe für den gewünschten Wechsel."

Wir halten fest: den in der Satzung geforderten "wichtigen Grund" gibt es nicht. Aber es gibt dann andere Gründe. Ich werde nun diese beschriebenen Gründe hier zitieren um darzustellen, dass die Ordnungskomission schon im ersten Jahr nach der Satzungsänderung diese Satzung nicht beachtet, und stattdessen Gründe für den Wechsel aufführt. die in den kommenden Jahren praktisch jeder Züchter oder jede RV bei einem Wechselwunsch genauso aufführen könnte:


"- Fehlendes Vertrauen in Entscheidungsträger von Reisevereinigungen.
- Daraus entstehende persönliche Differenzen, die mehr und mehr das eigentliche Sportgeschehen, beeinträchtigen.
- Fehlende Einsichten der kurz liegenden Sportfreunde, gegenüber den Tauben der Züchter, die jede Woche 50 – 70 km mehr fliegen müssen!
- Leid ist man auch, die persönlichen gegenseitigen Unterstellungen und nicht endende Diffamierungen der Züchter.
- Der Wechsel bringt eine Arrondierung des Gebietes des RegV 402.
- Der Fortbestand des RegV 412 wird durch den Weggang nicht gefährdet. Es verbleiben weiterhin über 350 Züchter im RegV 412.
- Wir brauchen zufriedene Züchter die, die Herausforderungen des Brieftaubensportes im Wandel der Zeit, wieder in den Vordergrund rücken!"


Ich möchte an dieser Stelle nicht diskutieren, ob jeder einzelne Punkt, der hier aufgeführt ist, nun richtig oder falsch dargestellt wurde. Aber: genau diese Probleme gibt es aktuell in sehr vielen Regionen und in sehr vielen Regionalverbänden in Deutschland. Mit der Satzungsänderung im vergangenen Winter wollte man daraus resultierende fortlaufende Wechsel endlich unterbinden. Und was macht unsere Ordnungskomission? Nach einigen Gesprächen und Kungelei im Hinterzimmer setzt man nun genau das fort, was man eigentlich nicht mehr so wollte.
Ein Grund warum es in unserem Hobby so bergab geht - neben vielen anderen - sind Personen und Verantwortliche in den Organisationen, die nichts darauf geben was beschlossen ist und was in Satzungen und Verträgen steht, sondern die aus diversen Gründen (persönliche Vorteilsnahme, gute Beziehungen, finanzielle Interessen etc.) das beschließen was ihnen gerade am Besten in den Kram passt.
Der Beschluss, so wie er hier getroffen wurde, ist ein hervorragendes Beispiel für den Filz, der scheinbar auch in den Gremien und in der Verbandsspitze herrscht. Dazu noch ein kleines Beispiel genau aus diesem Beschluss.
Es wird begründend für den positiven Bescheid auch noch folgendes angebeben:
"Im Herbst 2020 und fortgesetzt 2021 galt es die Idee zu prüfen, inwieweit gemeinsame Aktivitäten zwischen den beiden benachbarten Regionalverbänden 402 und 412 möglich sind. Das erstrebte Ziel war idealerweise eine Fusion bzw. Verschmelzung der beiden Regionalverbände miteinander."
Fakt ist: von Seiten der Regionalverbands-RVen und Delegierten hat es an den Vorstand des Regionalverbandes 412 niemals den Auftrag gegeben Fusionsgespräche mit dem Regionalverband 402 zu führen. Diese sehr losen Gespräche wurden (in völliger Ignoranz der regionalen Situation des Regionalverbandes 412) zwar geführt, aber dann doch eher auf "eigenen Deckel" und nicht in irgendeiner Form gestützt durch einen Auftrag oder gar Beschluss des Regionalverbandes 412.

Wenn aber schließlich die Entscheidung der Ordnungskomission schon auf einer falschen Fakten- und Sachlage beruht, dann kann am Ende wenig Gescheites dabei heraus kommen.

Um es noch einmal klar zu formulieren: ich wünsche den Züchtern der RV Germania Werne und der RV Bergkamen (interessanterweise ist diese kleine RV wegen diverser Differenzen im Regio 402 erst vor wenigen Jahren in unseren Regio 412 gewechelt und wechselt nun mit der gleichen Argumentation wieder zurück) alles Gute und viel Freude an unserem Hobby auch in Zukunft - dann im Regionalverband 402. Persönlich habe ich auch überhaupt nichts gegen diesen Wechsel (auch wenn man sich dort nun rein sportlichen gesehen "ins eigene Knie schießen wird") und hoffe, dass man dort einfach Spaß an der Ausübung des Hobbys hat. Aber der Beschluss der Ordnungskomission als Solcher ist ein Desaster für unseren Verband und zeigt, dass man dort in den höchsten Gremien im Grunde genommen macht was man will und nicht tut, was in den Satzungen steht.
 

Sonntag, 04.12.2022
Sascha am 04.12.2022 um 16:17 (UTC)
 An diesem Wochenende fand nun auch unsere RV-Ausstellung statt. Heute dann auch ein Vortrag des Sportfreundes Ernst-Dieter Jacobi. Der Vortrag war gut besucht und jeder, der wollte, konnte auch wieder etwas lernen und für sich mitnehmen. Unabhängig davon ob man die Klassifizierung von Sportfreund Jacobi nun für sich als sinnvoll und nützlich befindet oder eher nicht und ob man nun an Wasseradern und Erdstrahlen glaubt oder nicht - es ist immer wichtig sich Gedanken zu machen und neue Eindrücke mitzunehmen und Meinungen von erfahrenen Sportfreunden anzuhören.
Inhaltlich konnte ich Sportfreund Jacobi in seinen Ausführungen manchmal zustimmen und hin und wieder konnte ich das was er sagte nicht wirklich teilen. Aber so ist es häufig und das ist auch gut und normal so. Er hatte eine Taube mitgebracht, die er nach seiner Bewertung in der höchsten Zuchtkategorie einordnete. Ich habe mir diese Taube angesehen und bin zu der Feststellung gekommen, dass er keine anderen Maßstäbe an eine körperlich sehr gute Zuchttaube anlegt, als wir es hier ohnehin tun. Dazu benötige ich keinen Klassifizierer in irgendeiner Form. Aber die Erfahrung und das Wissen von Sportfreund Jacobi können doch manch jüngerem Sportfreund oder Züchter, die unsicher sind, bestimmt weiterhelfen. Letztlich sind zwei Dinge wichtig um überhaupt gute Tauben züchten zu können: man muss Tauben haben, die aus Leistungstieren in Zucht und Reise stammen und diese Tauben müssen überwiegend auch körperlich, also vom Bau, von der Muskulatur usw, so sein, dass sie das Leistungsvermögen weiter vererben und im Stamm verankern können.
Im Grunde genommen muss man mit offenen Augen durch die Taubenwelt gehen: wenn ich zu sehr guten Züchtern gehe und mir deren Top-Zuchttauben ansehe, dann sollte mir so nach und nach schon einiges auffallen, was ich für mich selbst und meine Zucht nutzen kann.
Auch bei der Beurteilung der Leistungsfähigkeit einer Reisetaube kann man ja mit viel Übung und Erfahrung einiges erfühlen. Es gibt durchaus gute Tauben, die schon sehr gut geflogen haben, die aber körperlich irgendwann mit drei oder vier Jahren nicht mehr in der Lage sind dauerhaft Topleistungen zu bringen. Man kann das manchmal fühlen an der Muskulatur. Sie ist nicht mehr optimal.
Ähnliches gilt für die Zucht in fortgeschrittenem Alter der Zuchttauben. Manchmal kann man den Verschleiß einfach fühlen.
Es war jedenfalls ein interessanter Vortrag und wenn jemand den Sportfreund Jacobi einmal in seiner Nähe hat, dann sollte er die Chance nutzen sich seinen Vortrag anzuhören. Dümmer wird man dadurch sicherlich nicht...

Hier ein Foto von der Veranstaltung von meinem Platz hinter der Theke unserer Einsatzstelle...

 

Samstag, 03.12.2022
Sascha am 03.12.2022 um 15:57 (UTC)
 Heute wurde unser gesamter Taubenbestand gegen Paratyphus geimpft. Das ist immer ein wenig Arbeit, denn alle Tiere müssen gefangen werden und dann in Ruhe geimpft, aber ich denke, dass diese Impfung im heutigen Brieftaubensport doch wichtig sein kann. Da der Lebendimpfstoff gegen Paratyphus nicht sehr lange haltbar ist nachdem er angemischt wurde, muss man dann auch alle Tiere des Bestandes an einem Tag impfen. Die Impfungen gegen Paramyxo und auch gegen Pocken führen wir für Zucht- und Reisetauben zu unterschiedlichen Terminen durch - dann ist es nicht ganz so viel Arbeit.
Nach der Salmonellen-Impfung sitzen die Tiere dann doch einige Zeit sehr ruhig da. Man hört im Schlag fast keinen Ton. Das haben mit auch befreundete Züchter schon mehrfach berichtet. Woran das liegt weiß ich nicht - ich denke nicht unbedingt dass es eine Impfreaktion ist, sondern eher eine Art "Schmerzreaktion" durch Beschwerden an der Einstichstelle. Denn es wurde mit von OLR-Veranstaltern berichtet, die ihre Tauben mit Lebendimpfstoff gegen Pocken ebenfalls per Injektion impfen, dass häufig die Reaktion der Tauben ebenso ist, dass sie den Rest des Tages sehr ruhig und zurückgezogen da sitzen. Meiner Meinung nach hat das irgendwie mit der Verwendung der Lebendimpfstoffe zu tun. Bei Totimpfstoffen beobachtet man dieses Verhalten nicht so.
In der ganz neu erschienenen Ausgabe der Zeitschrift "Brieftaubensport International" ist ein Leserbrief eines Sportfreundes Wolfgang Fischer aus Hiddenhausen abgedruckt. Ich möchte aus diesem Leserbrief ein wenig zitieren, weil aus meiner Sicht dieserSportfreund absolut recht hat.

"Wir sollten genau überlegen, unsere Meinung überdenken und uns daran erinnern, dass nicht die Massenzucht das Ziel sein darf. Die vielen Krankheiten sind das Ergebnis. Durch Massenankünfte der Tauben vom Preisflug ist das Orientierungsvermögen der einzelnen Taube verkümmert. Sie findet, auf sich gestellt, nicht oder selten nach Hause. (...)
Wenn ich die Berichte über die sogenannten Spitzenzüchter lese, die jedes Jahr 100 bis 200 Jungtauben züchten, stelle ich mir die Frage ob dieser Weg nicht ein großer Fehler ist, nur um ihr Niveau zu halten."


Ja, der Mann hat recht. Schaut man sich viele Meisterschaften bis hin zu den Meisterschaften auf Bundesebene an, dann sind dort mehr und mehr Züchter vorne zu finden, die große bis sehr große Reise und auch Zuchtbestände haben. Das tut insgesamt dem Taubensport nicht gut, das tut der Taubenqualität nicht gut und das tut auch dem Miteinander nicht gut.
Wenn man dann aber einmal schaut welche Tauben in all diesen vielen Auktionen derzeit angeboten werden bis hin zur Versteigerung unseres deutschen Brieftaubenverbandes - dann sind das Spendentauben genau dieser Schläge. In jeder zweiten Auktion finden sich Tauben dieser Züchter, die diese teilweise enorm großen Bestände haben. Man muss es diesen Sportfreunden hoch anrechnen, dass sie so viele Tauben spenden. Aber letztlich kann das alles nicht der Sinn der Sache sein. Die Qualität, die Gesundheit und letztlich auch der Wert der einzelnen Taube wird immer mehr verwässert, denke ich.
 

Freitag, 02.12.2022
Sascha am 02.12.2022 um 07:31 (UTC)
 Gestern Abend ist die deutsche Fußballnationalmannschaft zum zweiten Mal hintereinander relativ sang- und klanglos nach der Vorrunde aus einem WM-Turnier ausgeschieden. Nun ist die Aufregung in Fußball-Deutschland mal wieder groß und es wird landauf, landab darüber diskutiert warum das Team es wieder nicht geschafft hat eine erfolgreiche WM zu spielen.
Ich ziehe sehr gerne parallelen zwischen dem Fußball und dem Brieftaubensport. Man hat einen Trainer, eine Mannschaft, man hat ein Trainigs- und Versorgungsprogramm usw.
Selbstverständlich kann und muss man in einer Analyse jeden einzelnen kleinen Punkt rauf und runter diskutieren und wird sicherlich auch feststellen, wo es gehapert hat und wo nicht. Aber eine ehrliche Bestandsaufnahme kann man auch erst einmal relativ grob machen und bezogen auf das deutsche Nationalteam kann man relativ schnell zu folgenden Feststellungen kommen: es fehlt an der grundsätzlichen Qualität und teilweise eben auch an einer grundsätzlichen Motivation. Und wenn es in diesen entscheidenden Punkten mangelt, dann wird eine Fußballmannschaft letztlich nicht erfolgreich sein.
Genauso ist es im Brieftaubensport: bei allen Bemühungen des Züchters (Trainers) werden die großen Erfolge ausbleiben. wenn die Qualität der Tauben nicht stimmt und die Führung der Tauben dergestalt ist, dass es den Tieren in einer langen Saison irgendwo ein Stück weit an Motivation fehlt.
Man kann immer an Details feilen und dieses und jenes versuchen zu verbessern. So kann ein Fußballtrainer die Taktik anpassen, die Formation verändern, das Training oder die Ernährung der spieler umstellen...das mag auch alles ein Stück weit zu einer Verbesserung beitragen - aber wenn die Spieler einfach zu schwach sind und aus irgendwelchen Gründen nicht zu einhundert Prozent konzentriert und motiviert, dann bleiben die Siege aus.
So ist es eben auch bei unseren Tauben. wenn die Qualität im Bestand nicht entsprechend ist, dann kann man über eine lange Reisesaison nicht durchgängig erfolgreich sein. Wenn vielleicht obendrein die Tiere nicht die letzte Motivation haben schnell nach hause zu fliegen, dann werden entsprechend schwächere Flüge dabei sein.
Die Sportfreunde welche wirklich über Jahre und Jahrzehnte überaus erfolgreich sind, sind stets selbst sehr motiviert, übertragen diese Motivation durch ihre Führung der Tiere auf ihre Mannschaft und haben obendrein praktisch immer hervorragendes Tauben- (also Spieler-) Material.
Es greift immer eines ins andere. Es ist nicht damit getan mir den Schlag voll von vermeintlichen Top-Tauben zu züchten oder zu kaufen und dann zu sagen: "Nun werde ich Meister"
Wenn es mir nicht gelingt diese (vermeintlichen) Top-Tauben zu motivieren und angemessen zu versorgen und zu trainieren, dann wird es nichts mit dem Erfolg.
Genauso wenig wird sich der Erfolg einstellen, wenn ich einen hervorragenden Versorgungs- und Trainingsplan habe und wenn ich mich so zwischen den Tauben bewege und so mit ihnen arbeite, dass sie hoch motiviert und trainiert sind, wenn die Qualität der Tauben nicht stimmt.
Wobei ich letztlich sagen muss: eine sehr gut versorgte und top trainierte und motivierte "Durchschnittstaube" ist immer noch eher in der Lage sehr gut zu fliegen, als eine sogenannte "Top-Taube", die nicht optimal versorgt, trainiert und motiviert ist.
So ist es auch im Fußball: Japan kann gegen Deutschland oder Spanien v.a. deswegen gewinnen, weil dort Spieler von gehobener (nicht Spitzen-) Qualität als Mannschaft hervorragend eingestellt und top motiviert sind. Form schlägt auch im Fußball die Klasse und im Brieftaubensport ist das letztlich ähnlich. Ich benötige hervorragendes Material für den Erfolg - aber ich muss als Trainer auch damit umgehen können und dieses Top-Material entsprechend versorgen, führen und trainieren.

Ich möchte noch einmal auf unseren Gutschein über zwei Jungtauben in 2023 in der PRE-Auktion unserer RV Möhnetal Warstein hinweisen. Die Auktion läuft am morgigen Samstag Abend aus. Vielleicht möchte noch jemand darauf bieten.

Hier geht es zu unserem Gutschein in dieser Auktion

Außerdem findet in der kommenden Woche die Regionalverbandstag unseres Regionalverbandes 412 in Hamm statt und auch für diese Veranstaltung haben wir einen Gutschein gestiftet. Diese Auktion läuft aber noch einige Tage:

Gutschein über eine Jungtaube 2023 zugunsten des Regionalverbandes 412

Ich hatte ja angekündigt, dass wir für 2023 nicht mehr so viele Gutscheine und Tauben stiften werden wir im vergangenen Jahr, weil es uns einfach zu viel wird. Aber es gibt selbstverständlich Veranstaltungen für die wir gerne weiter bereit sind etwas zu stiften. Natürlich für unsere RV, natürlich für unseren Regionalverband, natürlich hier und da für einen guten Zweck und selbstverständlich hier und da auch für befreundete Züchter in ihren RVen und Fluggemeinschaften o.ä.
Die Jungen, die wir abgeben sind nach Absprache immer aus Tauben, aus denen wir selbst auch Tiere für uns behalten. Wir halten keine Vermehrungstiere mit vermeintlich guten Abstammungen nur um all die Anfragen zu bedienen. Wir bemühen uns stets auch Tauben abzugeben, bei denen die Qualität stimmt. Wir können das, wie jeder Züchter, nie vorhersagen oder gar garantieren. Aber wir können immer versprechen, dass die Käufer der Gutscheine bei uns ehrlich und fair bedient werden und entsprechend der Absprache Tauben aus unseren hoffnungsvollen Zuchttieren bekommen.
 

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