| Heute waren hier in der Gegend eine ganze Menge Kabis zu Vorflügen unterwegs. Warum man bei solch einem Wetter überhaupt losfahren muss erschließt sich mir nicht wirklich. Morgens was es hier neblig und dunstig bei zwei bis drei Grad Celsius. Dann fing es auch mal an zu regnen, später wurde zumindest die Sicht besser, aber die Sonne haben wir hier den ganzen Tag nicht gesehen. Es kam dann auch zu unterschiedlichen Entscheidungen der Flugleiter. Einige ließen auf, einige fuhren zurück in die Heimat, andere ließen die Kabis bis kurz vor der Heimat auf 15 KM o.ä. fahren und die Tauben dort starten.
Ich habe es hier in den letzten Tagen immer wieder geschrieben: es ist noch kein Wetter für Vorflüge, es ist kein Wetter für Brieftauben. Aber wir Brietaubenzüchter ticken in dieser Hinsicht oft wohl wirklich nicht mehr ganz sauber: es steht ein Vorflug auf dem Terminplan und dann wird losgefahren. Viel Sinn und Verstand ist nicht dahinter. Zumal dann nicht, wenn man sich die Wetteraussichten für die nächste Woche ansieht. Denn dann wird man feststellen, dass es auch weiterhin mit Flügen schwierig wird. Warum also machen wir uns oftmals so einen Stress? Mir ist das unbegreiflich. Wir sollten doch zuerst mal an die Tauben denken. Und denen ist mit Auflässen bei diesen schwierigen Bedingungen einfach nicht geholfen. Dadurch werden sie nicht sicher und dadurch bekommen sie keine Form. Aber ich denke oft, dass vielen Taubenzüchtern dafür schlicht das Gefühl fehlt. Oder es interessiert sie nicht...
Bei uns haben wir heute ein Gerüst ans Haus gesetzt und werden in der kommenden Woche Photovoltaik-Platten auf unser Hausdach machen. Sowohl zur Ost- als auch zur Südseite des Hauses. An der Südseite gehen diese Platten dann bis direkt über die Witwerschläge. Auch an den Schlägen müssen wir noch etwas ändern dann. Das ist jetzt natürlich ein ausgesproch ungünstiger Zeitpunkt so kurz vor der Reisesaison, aber es ist eben nicht zu ändern und war zeitlich nicht anders machbar. Deswegen haben wir die Tauben in diesem Jahr auch anders geführt bezüglich der Paarung, bzgl des Freiflugs usw. Jetzt werden die Tauben für einige Tage keinen Freiflug bekommen können. Dann müssen sie auch für zwei, drei Tage komplett vom Witwerschlag und wenn dann alles fertig ist, dann müssen sie sich an das "neue Dach" auch noch gewöhnen und alles kennenlernen - ebenso wie ihre Täubinnen. Das wird alles noch schwierig, denn diese Platten spiegeln ja auch die Sonne usw. Da sie auf dem Dach bis "in die Schläge" herein reichen werden, wird sich höchstwahrscheinlich auch noch das Klima im Schlag selbst verändern und da müssen wir dann auch noch schauen wie es sich entwickelt. Das ist alles nicht so einfach und wir hätten es sicher gerne zu einem anderen Zeitpunkt gemacht, aber es ist nun so wie es ist und wir müssen das Beste aus der Situation machen. Es wird auf jeden Fall sehr spannend. Da aber die Tauben auch nur Hobby sind gibt es immer auch Wichtigeres im Leben. Sollte dieses ganze Projekt am Ende einige Preise auf Wettflügen kosten, dann ist das eben so. Für uns wird es dann trotzdem weiter gehen. | | |
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