| Gestern kontaktierte mich telefonisch ein Sportfreund, der mir sagte, dass er hier auf dieser Seite mehr oder weniger regelmäßig liest, was ich so schreibe und der betonte, dass er sich doch oftmals in dem was ich so schreibe, wieder findet mit seinen eigenen Ansichten. Natürlich freut es mich, wenn Leser hier mit dem was ich schreibe etwas anfangen können, aber genauso gut kann ich verstehen, wenn Leser sagen: "Was er da schreibt ist doch völliger Unsinn." Es gibt zu den vielen Themen rund um unser Hobby halt sehr viele verschiedene Meinungen und Positionen.
Der Sportfreund berichtete mir, dass es in seinem Regionalverband Neuwahlen zu den Vorstandsposten gegeben hat. Leider wurden in seiner RV die Züchter wohl nicht einmal darüber informiert, dass Wahlen anstehen.
Er empand es als sehr unglücklich, dass die Vorstandswahlen nun ergeben haben, dass ein sehr erfolgreicher Sportfreund den Vorsitz übernimmt und mit ihm im Vorstand dann Züchter in der Verantwortung sind, die sehr gut befreundet sind. Der Anrufer erklärte, dass er es grundsätzlich schwierig findet, wenn die besten Züchter eines Regionalverbandes auch noch Vorstands- und Leitungspositionen übernehmen, denn es steht immer ein wenig zu befürchten, dass diese dann wichtige Entscheidungen in ihrem Sinne treffen, insbesondere dann, wenn dort der Brieftaubensport sehr kommerziell betrieben wird, viele Tauben verkauft werden usw.
Ich kann diese Denkweise sehr gut nachvollziehen, denn vermutlich kann sich niemand davon freisprechen in leitenden Positionen einmal Entscheidungen zu treffen, die dann dem persönlichen Vorteil dienen.
Andererseits sind (kommerziell) sehr erfolgreiche Züchter auch immer daran interessiert, dass es dem Brieftaubensport in der eigenen Region gut geht, denn nur so können sie (kommerziell) erfolgreich bleiben. Und sie wären nicht erfolgreich, wenn sie nicht viel von der Materie verstehen würden. Und dieser große Sachverstand kann in der Planung einer Saison, bei Auflassentscheidungen o.ä. sehr wichtig und wertvoll sein.
Es ist also immer ein sehr zweischneidiges Schwert, wenn erfolgreiche Sportfreunde in wichtige Ämter gewählt werden und Entscheidungen treffen (müssen).
Der Anrufer erklärte auch (und auch da konnte ich ihm ein Stück weit folgen), dass die Vorschläge und Anträge des Innovationsteams, die am kommenden Wochenende in der Mitgliederversammlung unseres Verbandes diskutiert und vielleicht beschlossen werden, sicherlich z..T. gut und richtig sind, dass aber dieses Innovationsteam auch vornehmlich wieder aus Sportfreunden besteht, welche in verschiedener Form erfolgreich, aber eben auch sehr kommerziell orientiert sind und dass sich dieses in den vorgeschlagenen Änderungen auch widerspiegelt - gerade im Hinblick auf die neuen und geänderten Meisterschaften. Auch da wollte ich ihm nicht widersprechen.
Alles in Allem kamen wir in dem Gespräch überein, dass sich die Interessen des Hobbyzüchters, der mehr oder weniger erfolgreich und v.a. nicht-kommerziell den Brieftaubensport als reine Freizeitbeschäftigung sieht, möglicherweise immer weniger in den Gremien, Meisterschaften und Beschlüssen wieder finden. Manchmal wirkt es, als habe sich in unserem deutschen Brieftaubensport eine mal mehr, mal weniger große Gruppe an Züchtern zusammen gefunden, welche die maßgeblichen Entscheidungen in die Wege leitet und unabhängig davon, ob diese Entscheidungen richtig oder falsch sind, es immer schwieriger für einzelne Züchter wird, dort Einfluß zu nehmen. | | |
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