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Freitag, 17.01.2025
Sascha am 17.01.2025 um 05:10 (UTC)
 Heute und morgen findet nun die Mitgliederversammlung unseres Deutschen Brieftaubenverbandes statt. Unser Verband möchte diie Versammlung per Livestream übertragen und wer Interesse hat sich das treffen anzusehen, der kann das über den Youtube-Kanal des Verbandes tun.
ICh gehe davon aus, dass einer großen Mehrheit der beantragten Reformen mehrheitlich zugestimmt wird und damit einige Änderungen in unserem Hobby eintreten werden für das kommende Reisejahr. Ich hoffe allerdings, dass die Delegierten der Regionalverbände im Auge behalten, dass wir immer noch ein Hobby betreiben und dass wir auch noch beruftätige Sportfreunde mit Familien haben. Und dass sie unter diesem Gesichtspunkt dem Antrag, dass jeder Regionalverband zwei Mal pro Saison wetterbedingt den Flug auf einem beliebigen Wochentag durchführen kann, mit großer Mehrheit ablehnen. Denn das wäre ein weiterer Sargnagel für das Hobby Brieftaubensport.
Ganz allgemein würde mich interessieren wieviele Delegierte überhaupt mit einem Votum aus ihren Reisevereinigungen und Regionalverbänden zu diesen teils weitreichenden Reformen in die Versammlung gehen. Wieviele Delegierte haben bzgl der einzelnen Punkte, die zur Abstimmung stehen, überhaupt einen Auftrag so oder so abzustimmen, der aus den RVen und den Regionalverbandsgremien kommt und dort per demokratischer Abstimmung gefasst wurde. Ich fürchte es sind die wenigsten Delegierten. Unser Dilemma liegt schon darin, dass dort nun teilweise nach persönlichem Gutdünken abgestimmt wird.
In der aktuellen "Brieftaubensport International" findet sich ein sehr lesenswertes Interview mit dem Sportfreund Winfried Helmerichs, der vor wenigen Jahren aus dem Regionalverband 259 in den niederländischen Brieftaubenverband gewechselt ist und dort nun erfolgreich und zufrieden sein Hobby ausübt. Sportfreund Helmerichs, der auch in seinem Regionalverband früher Ehrenämter ausgeübt hat und der entsprechend weiß wie die Unterschiede zwischen dem deutschen und dem niederländischen Brieftaubensport sind, betont in dem Interview mehrfach, dass in den Niederlanden bei der Planung und Terminierung der Flüge und v.a. bei der Planung des Einsatzgeschäftes viel mehr Rücksicht auf die Familien genommen wird. Alles steht vor der Saison in sehr weiten Teilen fest. Das sorgt für eine viel größere Züchterzufriedenheit.
Eine größere Züchterzufriedenheit herzustellen hatte sich auch das Innovationsteam in unserem deutschen Verband auf die Fahnen geschrieben. Leider finde ich in den ganzen Reformvorschlägen, die nun heute und morgen zur Abstimmung stehen, keinen Ansatz die tiefgreifende Verschieberei von Flügen und Einsatzterminen im deutschen Brieftaubensport, wie sie seit einigen Jahren Einzug gehalten hat, endlich zu stoppen. Im Gegenteil haben zwei Regionalverbände tatsächlich, wie oben schon erwähnt, beantragt auch noch zwei Mal in der Saison alle Wochentage für Flüge freizugeben.
Ein erster Ansatz für viel höhere Züchterzufriedenheit wären feste Einsatztermine, die vor der Saison festgelegt und dann auch nicht mehr geändert werden. Leider scheint es in diese Richtung im deutschen Brieftaubensport keinerlei Überlegungen zu geben. Und so werden auch die gut gemeinten Reformen, wenn ihnen heute und morgen zugestimmt wird, kaum ihr Ziel "größere Züchterzufriedenheit" erreichen.
 

Dienstag, 14.01.2025
Sascha am 14.01.2025 um 07:47 (UTC)
 Gestern kontaktierte mich telefonisch ein Sportfreund, der mir sagte, dass er hier auf dieser Seite mehr oder weniger regelmäßig liest, was ich so schreibe und der betonte, dass er sich doch oftmals in dem was ich so schreibe, wieder findet mit seinen eigenen Ansichten. Natürlich freut es mich, wenn Leser hier mit dem was ich schreibe etwas anfangen können, aber genauso gut kann ich verstehen, wenn Leser sagen: "Was er da schreibt ist doch völliger Unsinn." Es gibt zu den vielen Themen rund um unser Hobby halt sehr viele verschiedene Meinungen und Positionen.
Der Sportfreund berichtete mir, dass es in seinem Regionalverband Neuwahlen zu den Vorstandsposten gegeben hat. Leider wurden in seiner RV die Züchter wohl nicht einmal darüber informiert, dass Wahlen anstehen.
Er empand es als sehr unglücklich, dass die Vorstandswahlen nun ergeben haben, dass ein sehr erfolgreicher Sportfreund den Vorsitz übernimmt und mit ihm im Vorstand dann Züchter in der Verantwortung sind, die sehr gut befreundet sind. Der Anrufer erklärte, dass er es grundsätzlich schwierig findet, wenn die besten Züchter eines Regionalverbandes auch noch Vorstands- und Leitungspositionen übernehmen, denn es steht immer ein wenig zu befürchten, dass diese dann wichtige Entscheidungen in ihrem Sinne treffen, insbesondere dann, wenn dort der Brieftaubensport sehr kommerziell betrieben wird, viele Tauben verkauft werden usw.
Ich kann diese Denkweise sehr gut nachvollziehen, denn vermutlich kann sich niemand davon freisprechen in leitenden Positionen einmal Entscheidungen zu treffen, die dann dem persönlichen Vorteil dienen.
Andererseits sind (kommerziell) sehr erfolgreiche Züchter auch immer daran interessiert, dass es dem Brieftaubensport in der eigenen Region gut geht, denn nur so können sie (kommerziell) erfolgreich bleiben. Und sie wären nicht erfolgreich, wenn sie nicht viel von der Materie verstehen würden. Und dieser große Sachverstand kann in der Planung einer Saison, bei Auflassentscheidungen o.ä. sehr wichtig und wertvoll sein.
Es ist also immer ein sehr zweischneidiges Schwert, wenn erfolgreiche Sportfreunde in wichtige Ämter gewählt werden und Entscheidungen treffen (müssen).
Der Anrufer erklärte auch (und auch da konnte ich ihm ein Stück weit folgen), dass die Vorschläge und Anträge des Innovationsteams, die am kommenden Wochenende in der Mitgliederversammlung unseres Verbandes diskutiert und vielleicht beschlossen werden, sicherlich z..T. gut und richtig sind, dass aber dieses Innovationsteam auch vornehmlich wieder aus Sportfreunden besteht, welche in verschiedener Form erfolgreich, aber eben auch sehr kommerziell orientiert sind und dass sich dieses in den vorgeschlagenen Änderungen auch widerspiegelt - gerade im Hinblick auf die neuen und geänderten Meisterschaften. Auch da wollte ich ihm nicht widersprechen.
Alles in Allem kamen wir in dem Gespräch überein, dass sich die Interessen des Hobbyzüchters, der mehr oder weniger erfolgreich und v.a. nicht-kommerziell den Brieftaubensport als reine Freizeitbeschäftigung sieht, möglicherweise immer weniger in den Gremien, Meisterschaften und Beschlüssen wieder finden. Manchmal wirkt es, als habe sich in unserem deutschen Brieftaubensport eine mal mehr, mal weniger große Gruppe an Züchtern zusammen gefunden, welche die maßgeblichen Entscheidungen in die Wege leitet und unabhängig davon, ob diese Entscheidungen richtig oder falsch sind, es immer schwieriger für einzelne Züchter wird, dort Einfluß zu nehmen.
 

Montag, 13.01.2025
Sascha am 13.01.2025 um 07:06 (UTC)
 Unsere RV-Ausstellung ist am zurückliegenden Wochenende wohl insgesamt sehr gut gelaufen. Anwesende Züchter haben mir gesagt, dass sie mit der Veranstaltung sehr zufrieden waren. Es ist schade, dass ich selbst nicht teilnehmen und weder Tauben ausstellen, noch anwesend sein konnte, aber meine Arbeit ließ das leider nicht zu.
Aktuell haben wir hier Temperaturen unter -10 Grad Celsius. Das ist die bisher kälteste Zeit in diesem Winter, die wohl auch nur kurz anhalten wird. Aber es ist immer ganz interessant dann die Tauben zu beobachten, denn es sind manchmal Tiere dabei, die bei der Fütterung dann großen Hunger zeigen - auffälliger als andere Tauben - und diese "Hungerleider" sind aller Erfahrung nach nicht die besten Tauben. Da die Kälte auch nur kurze Zeit anhalten soll werde ich die Fütterung auch nicht verändern. Damit müssen die Tauben schon klarkommen. Frisches, etwas erwärmtes Wasser erhalten die Tauben ein Mal nach der Fütterung und irgendwann friert es dann wieder ein. Aber das ist auch kein Problem normalerweise. Sie trinken dann schon genug.
In den nächsten Tagen werden, sobald es wieder wärmer geworden ist, die Zuchttauben gegen PMV-Rota geimpft. Wenn ich Zeit finde, dann auch gleichzeitig gegen Pocken. Es sind jetzt noch vier bis fünf Wochen bis zur geplanten Anpaarung und durch die Impfung bekommen die Tauben bis dahin doch einen Formschub. Außerdem bekommen die Jungtauben über die Eier dann schon die frischen Antikörper der Mutter mit, die sie durch die Impfung bildet. So haben die Jungtauben über das Ei dann in ihren ersten Lebenswochen schon einmal einen guten Schutz. Die Pockenimpfung führe ich immer, auch wenn es etwas zusätzliche Arbeit ist, über die klassische Pinselmethode durch. So kann ich einerseits die Wirkung der Impfung besser überprüfen (durch die sich bildenden Pocken an der Pinselstelle) und darüber hinaus sagen die meisten Tierärzte, dass die Wirkung der Impfung auch etwas besser ist als bei einer Injektion.

 

Samstag, 11.01.2025
Sascha am 11.01.2025 um 06:52 (UTC)
 Eine dicke Schneedecke liegt aktuell bei uns auf dem Dach und da auch die Glasdachpfannen damit bedeckt sind ist es in den Taubenschlägen doch sehr dunkel. Zur Fütterungszeit mache ich dann für etwa eine halbe Stunde das Licht an. Danach geht es wieder aus. Ich finde es eigentlich gut, dass das nun eine Zeit ist in der die Tauben ganz "herunterfahren" und halte es für die Tauben auch für wichtig.
Während in anderen Schlägen bereits angepaart ist, teilweise schon Jungtiere im Nest liegen etc. ist hier bei uns totale Ruhe. Das halte ich auch für wichtig. Ich bin immernoch der Meinung, dass wir bei der Verpaarung und der Zucht unserer Tauben so ein bißchen im natürlichen Jahresablauf bleiben sollten. Selbstverständlich geht es mit Belichtung und etwas Aufwand auch sehr gut im Winter Jungtiere zu züchten. Aber ich halte es nicht für notwendig und letztlich auch nicht für optimal was die Aufzucht der Jungtauben betrifft. Die schönsten Jungtiere zieht man mit sehr geringem Aufwand meistens in den Sommermonaten, wenn es sehr warm ist und die Sonne viele Stunden lang scheint. Und ich kann nicht einsehen, dass es wirklich sinnvoll ist nun genau das Gegenteil mit den Tauben zu veranstalten und Junge zu züchten, wenn es 15 Stunden dunkel und sehr kalt und nass ist. Das bedeutet nicht, dass man um diese Jahreszeit nicht auch gute Tauben züchten kann. Aber es ist überhaupt nicht notwendig.
Letztlich muss man als Züchter auch entscheiden was einem Spaß macht und welchen Aufwand man betreiben möchte. Für unsere Region werden nun einige sehr kalte Nächte gemeldet bis minus 15 Grad Celsius. Ehrlich gesagt würde es mir als Züchter da wenig Freude machen nach den Jungtauben im Nest zu sehen, die eingefrorenen Tränken mehrmals täglich zu wechseln usw. Man kann mit technischen Hilfsmitteln selbstverständlich auch das umgehen, indem man Tränkenwärmer nutzt usw. Aber ob das wirklich alles notwendig ist und Freude macht, möchte ich doch mal dahingestellt lassen. Mir persönlich würde das nicht zusagen und ich hoffe, dass dann Mitte Februar die Temperaturen etwas angenehmer sind, wenn ich hier anpaaren möchte. Wenn es zu kalt ist, dann wird das aber auch noch verschoben.

Heute abend ab etwa 20 Uhr läuft die Pre-Auktion unserer Reisevereinigung zu unserer Ausstellung an diesem Wochenende aus. Die Gutscheine und Tauben werden dann am morgigen Sonntag in den Mittagsstunden endgültig versteigert. Hier geht es zur Übersicht aller Tauben und Gutscheine. Vielleicht möchte der ein oder andere gerne noch bieten.

Pre-Auktion RV Möhnetal Warstein
 

Freitag, 10.01.2025
Sascha am 10.01.2025 um 06:58 (UTC)
 Ein Sportfreund schrieb mir jetzt, dass er zur Vorbereitung der Zuchtsaison einige seiner Tauben bei seiner Kleintierärztin vor Ort zur Untersuchung vorgestellt hat. Diese diagnostizierte Trichomonaden und empfahl ihm eine Behandlung mit Ronidazol 10 Prozent. Sie vergaß aber wohl im eine passende Dosierung zu nennen.
Jedenfalls fragte er mich wie ich das Medikament dosieren würde.
Ich habe den Züchter darauf hingewiesen, dass ich um diese Jahreszeit die Behandlung der Tauben auf keinen Fall über das Trinkwasser vornehmen würde. Denn die Tauben trinken einfach viel zu wenig, als dass man mit einer Trinkwasserkur eine zielführende Behandlung durchführen kann. Tierarzt Peter Boskamp hat dazu einmal etwas ausgeführt, dass ich mir immer gemerkt habe: Wenn es möglich ist sollte man in Monaten, deren Monatsname ein "R" enthält eine medikamentöse Behandlung immer über das Futter durchführen. Einfach aus dem Grund dass die Tauben das medizierte Trinkwasser zu wenig aufnehmen und auch ungleichmäßig.
Es gibt Tauben, die trinken dann tagelang fast gar nichts und das sind dann die Tiere, die im Anschluß an die Behandlung die anderen Tauben sehr schnell wieder mit dem vorhandenen Erreger infizieren. Ich fand das sehr gut nachvollziehbar und habe es mir immer so gemerkt.
Der Züchter fragte auch, ob er die Behandlung dann am besten auf Eiern durchführen soll.
Ich habe ihm gesagt, dass das Generationen von Brieftaubenzüchtern schon so gemacht haben und daran sicherlich nichts falsch ist, aber dass ich in den letzten Jahren dazu übergegangen bin es nicht so zu tun. Wenn eine Behandlung notwendig ist, dann führe ich sie nicht auf Eiern aus, sondern weit vor der Anpaarung.
Mein Gedanke dabei war immer folgender: ich möchte die Tauben zur Anpaarung und zur Eiablage in Topform haben. Wenn sie aber noch Erreger mit sich herumschleppen, die der Tierarzt als behandelnswert betrachtet, dann können sie niemals Topform haben. Also versuche ich die Erreger frühzeitig zu eliminieren und die Tauben dann so auf die Zucht vorzubereiten, dass sie zum Paarungstermin in bestmöglicher Verfassung sind.
Eine weitere Überlegung für mich war folgende: in der Regel legen nicht alle Paare gleichzeitig ihre Eier ab. Meistens dauert es drei bis fünf Tage bis alle Täubinnen ihre Eier gelegt haben. Das heißt, dass die ersten Paare bereits einige Tage brüten, wenn die letzten Weibchen ihr zweites Ei ablegen. Bei unseren Tauben beginnt aber sehr schnell nach der Eiablage die Veränderung der Kropfschleimhaut dahingehend, dass dort schon kurze Zeit später die Kropfmilch gebildet wird. Ich möchte aber nicht, dass Reste der Medikamente noch die Veränderung der Kropfschleimhaut begleiten, denn die medikamentöse Behandlung dauert ja in aller Regel fünf bis sieben Tage. Auch daher haben wir hier in den letzten Jahren eine notwendige Behandlung immer weit vor der Verpaarung durchgeführt.
Idealerweise sind die Tauben so geführt, dass gar keine Behandlung vor oder während des Brutgeschäfts notwendig ist. Eine Kontrolle beim Tierarzt ist aber diesbezüglich immer sinnvoll. Die Zucht findet nur ein Mal im Jahr für zwei, drei Gelege statt, die wir Züchter dann für uns selbst benötigen. Und da müssen die Tauben in absoluter Top-Verfassung sein, damit überhaupt die Chance besteht, dass man hier und da eine herausragende Taube züchtet. Insofern kann man, wenn es möglich ist, besser etwas Geld in eine Untersuchung beim Tierarzt investieren, als in diverse "Zuchtpräparate", die dann über Futter und Wasser gegeben werden sollen. Die meisten dieser Mittel kann man sich wirklich sparen.
Im vergangenen Jahr habe ich unsere Tauben gar nicht speziell für die Zucht vorbereitet. Es gab keine besonderen Produkte, es wurde nicht belichtet und einfach im Februar angepaart. Mit dem Resultat, dass bei der ersten Brut nicht ein einziges Ei unbefruchtet war und alle Jungtiere prima aufwuchsen. Wenn die Tauben gesund sind, dann geht es sehr einfach.
 

Donnerstag, 09.01.2025
Sascha am 09.01.2025 um 06:44 (UTC)
 Ein Sportfreund fragte mich kürzlich danach was ich von einem bestimmten Ergänzungspräparat halte. Ich habe ihm dann versucht zu erklären wie das Produkt wirken soll und dass ich nicht sehe, dass unsere Tauben es im deutschen Programmspiel nötig haben. Nun bin ich was solche Fragen betrifft bestimmt nicht der allerbeste Ansprechpartner, weil ich grundsätzlich selten von der Wirkung und dem Nutzen diverser Beiprodukte überzeugt bin. Ich versuche aber immer meine Meinung dahingehend zu vertreten, dass es zuvorderst stets um die gute und die gesunde Taube geht. Alles Weitere ist erst einmal zu vernachlässigen. Ein gesunder funtkionierender Schlag, gutes Futter, stets frischen und ausreichenenden Grit und Mineralpulver und vielleicht mal Vitamine in Form von Grünzeug oder aus der Flasche. Damit ist schon vieles abgedeckt was unsere Tauben brauchen. Ich denke nicht dass sich die Leistungen in Zucht oder Reise in einem Bestand entscheidend verändern ob man nun ein Beiprodukt mehr oder weniger gibt.
Wenn alles in einem Schlag passt und die Taubenqualität gut ist, dann kann man mit einem passsenden Versorgungsprogramm hier und da noch ein paar Verbesserungen herauskitzeln, denke ich. Aber wir müssen da auch ehrlich sein: in welchem Schlag ist es denn wirklich so, dass rundherum alles passt, dass die Taubenqualität herausragend ist und es nur noch darum geht mit diesem oder jenem Produkt an Kleinigkeiten zu feilen?!
Nein, zuvorderst geht es um zwei Dinge. Gute Tauben finden, züchten und spielen und das geht nur durch harte Selektion. Und es geht darum dass die Tauben gesund sind, was nun nicht impliziert, dass man ständig andere Medikamente verabreicht - eher im Gegenteil!
In der belgischen Zeitschrift "De Duif" las ich jetzt ein interessantes Interview mit dem Schlag Michel Lossignol, der in 2024 die "Gouden Duif" gewonnen hat in Belgien. Und dort stand u.a. folgendes:

"Zunächst einmal bin ich davon überzeugt, dass Taubenzüchter viel geben, was keine Rolle spielt. (...) Es ist das Problem mit vielen dieser Produkte, wie beweist man, dass etwas funktioniert? Dann müssten Sie zwei Schläge mit der gleichen Anzahl von Tauben besetzen und auf einem gibt ein bestimmtes Produkt und auf dem anderen nicht. (...)
Ich habe einmal alle Beiprodukte einen Monat vor dem Ende der Saison gestoppt. Nun, wir haben keinen Unterschied in der Leistung der Tauben bemerkt.
Natürlich hatten sie vorher schon Beiprodukte erhalten. Vielleicht hatten sie genug drinnen und sie arbeiteten immer noch danach. Das ist möglich. Wie gesagt, es ist sehr schwer zu beweisen, was funktioniert oder nicht. Du hast etwas gegeben, du gewinnst, du gibst es immer wieder. So geht es normalerweise."


Ich denke in diesen wenigen Sätzen ist sehr vieles zusammengefasst, was einfach nur richtig ist. Wir haben doch alle schon zig Produkte im Brieftaubensport ausprobiert, länger gegeben und wieder gestoppt. Was ist denn davon geblieben in den Schlägen. Letztlich doch kaum etwas von dem wir wirklich wissen dass es tatsächlich nutzt im die Leistungen unserer Tauben zu verbessern.
Es ist ein schöner Teil unseres Hobbys, dass wir uns um die Versorgung unserer Tauben Gedanken machen. Dass wir versuchen die Versorgung zu optimieren um die Tauben optimal zu versorgen. Aber es ist nicht der entscheidende Teil unseres Hobbys, wenn wir versuchen erfolgreich zu züchten und zu reisen. Da geht es zuvorderst immer nur um die gute und gesunde Taube in einem funktionierenden Schlag.
 

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