| Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und der aktuell nassen Kälte habe ich sehr wenig Lust mich lange zwischen den Tauben aufzuhalten, selbst wenn ich einmal Zeit dafür habe. Das ist eigentlich ein wenig schade und manchmal muss ich mich ein wenig zwingen mich länger mit den Tieren zu beschäftigen, sie sauber zu machen usw. Ich kann mir daher auch nicht vorstellen schon um diese Jahreszeit Jungtiere zu züchten so wie mir kürzlich ein Sportfreund mitteilte, bei dem nun die ersten Jungtauben geschlüpft sind. Frühe Jungtauben zu züchten macht hier auch gar keinen Sinn, denn unsere Schlaganlage würde ein Verdunkeln der Jungtauben nur sehr schwer möglich machen. Außerdem habe ich wirklich keinen Spaß am Jungtaubenspiel und sehe es nur als notwendiges Übel an und so spare ich mir diese Mühen.
Auf der anderen Seite ist das Jungtaubenspiel hier in Deutschland für viele Sportfreunde immernoch der schnellste Weg zum Erfolg. Mit Fleiß und einigen Maßnahmen im Schlagmanagement kann man da schon sehr viel erreichen und das ist auch gut so. Gerade Neuanfängern oder Züchtern, die wenig Erfolg haben (warum auch immer) rate ich gerne sich erst einmal auf ein gutes Jungtaubenspiel zu konzentrieren. Wenn sie sich dann noch Tips von Jungtaubenspezialisten holen wie man die Jungtiere erfolgreich führt, dann können sie oft sehr schnell schöne Erfolge feiern.
So bietet unser Hobby eigentlich sehr viele Möglichkeiten und Nischen in denen man es zufrieden und auch erfolgreich ausführen kann. Wir nutzen die Möglichkeiten, die uns der Brieftaubensport bietet, im Grunde genommen viel zu wenig in unserem deutschen System. Auch was die Altreise betrifft. Die aktuell geplanten Reformen bieten da kleine Verbesserungen (z.b. über die Teilnahme an der "Kurz- und Mittelstreckenmeisterschaft"), aber das war es auch schon.
Ich selbst werde im kommenden Reisejahr einiges ausprobieren müssen. Wir hatten hier im Grunde genommen mehr als 40 Jahre lang das gleiche System nach dem mein Vater und ich die Tauben versorgt und betreut haben in einer Arbeitsteilung, die sich zwar über die Jahre völlig verschoben und letztlich umgekehrt hat, aber unser eigentliches System blieb im Kern stets gleich und so war sehr viel in der Führung der Tauben Versorgung und Routine.
Ich werde dieses System nun in diesem Jahr auch nicht vollständig über den Haufen werfen, aber ich werde einige Änderungen vornehmen müssen und das wird für mich wirklich spannend. Ich weiß nicht ob die Dinge, die ich ändern möchte, so funktionieren wie ich mir das vorstelle. Aber ich weiß, dass hier eigentlich in jedem Jahr einige gute Tauben sitzen und selbst wenn ich sie nicht zu absoluten Höchstleistungen führen kann, so bin ich doch zuversichtlich, dass einige Tauben zumindest teilweise und punktuell zeigen was sie können und das wäre für mich erst einmal sehr zufriedenstellend.
Wenn ich nun also bezüglich Fütterung, Training und Freiflug der Tauben, auch bezüglich der Verpaarung und der Versorgung mit Beiprodukten einiges ändern werde, dann ist das für mich auch ein kleiner Versuch zu schauen wie sich unsere Tauben unter den veränderten Umständen so zeigen. Ich weiß aber, dass einige abgegebene Tauben hier und da auch unter völlig anderen Bedingungen gut geflogen und gezüchtet haben bei anderen Sportfreunden. Und das lässt mich hoffen, dass auch die Änderungen hier nicht dazu führen, dass die Leistungen total in den Keller gehen.
Ich werde im Lauf des Jahres hier immer wieder darüber berichten was ich mit den Tauben anstelle und was daran beispielsweise auch anders ist als in früheren Jahren. Aktuell ist noch Ruhe in den Schlägen und alles läuft wie gehabt. Die Tauben Zuchttauben werden, denke ich, in der Woche vom 10. bis zum 16. Februar verpaart. Bei den Reisetauben bin ich mir noch nicht ganz sicher ob ich es in der gleichen Woche mache. Aber darüber werde ich dann berichten und auch darüber was ich z.b. zur Anpaarung hin und während der Paarungszeit schon anders mache. Es wird auf jeden Fall spannend in 2025.
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