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Freitag, 06.01.2023
Sascha am 06.01.2023 um 11:28 (UTC)
 Heute möchte ich aufgrund der wenigen Zeit nur noch einmal an unseren Gutschein erinnern, den wir zugunsten der RV Hameln gestiftet haben. Die Gutschein-Auktion läuft am Sonntag-Abend aus. Vielleicht hat der ein oder andere Leser hier ja noch Lust mit zu steigern...

Gutschein für eine Jungtaube 2023 nach Absprache (zum Reisen oder für die Zucht)

 

Donnerstag, 05.01.2023
Sascha am 05.01.2023 um 07:49 (UTC)
 Das Thema, welches ich hier gestern behandelt habe, d.h. die Qualität der Tauben hinsichtlich weiter Flüge und großer Auflässe, wurde gestern auch für einige Zeit in dem Podcast "Berger fragt" der Firma Röhnfried behandelt. Ein Züchter stellte dort die Frage, warum eben solche weiten Flüge und großen Auflässe so oft von Sportfreunden gefordert würden, aber doch selten einmal durchgeführt.
Ich denke nicht, dass die Mehrheit der Züchter diese Flüge fordert oder überhaupt haben möchte. Viele Sportfreunde sind heute einfach froh und zufrieden, wenn ein 300 oder 400 KM-Flug einen glatten Verlauf nimmt und die Tauben möglichst schnell und möglichst vollständig zuhause sind. Das ist auch absolut in Ordnung und so kann man den Brieftaubensport sicherlich zu seiner Zufriedenheit ausüben.

Ob damit die Taubenqualität und die Fähigkeit der Brieftauben, auch über große Strecken und bei schweren Bedingungen nach hause zu kommen, züchterisch erhalten bleibt über die Jahre, ist aber sehr fraglich. Ich habe das gestern hier schon ein wenig ausgeführt.
Alfred Berger führte in der gestrigen Sendung u.a. an, dass es immer sinnvoll ist Tauben frühzeitig an alles zu gewöhnen und sie an Aufgaben heranzuführen. Auch große gemeinsame Auflässe sollten geschult werden. Frederik Wolf ergänzte, dass man das durchaus schon bei Jungtieren tun könnte und vielleicht tun sollte. Ich stimme da mit den beiden überein. Schulung ist immer gut.
Es ist aber aus meiner Sicht nicht so, dass große gemeinsame Auflässe immer auch zu größeren Verlusten führen, wie Alfred Berger es gestern erklärte.
Unsere Erfahrung ist, dass es eben nicht notwendigerweise so sein muss, das bei diesen gemeinsamen Auflässen und größeren Entfernungen mehr Tauben ausbleiben als normal.

Ich habe hier Preislisten liegen von Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts. Also etwa 30 Jahre alt. Damals wurden selten große gemeinsame Auflässe gestartet. Aber wenn sie dann geplant waren, dann freuten sich viele Sportfreunde darauf und nahmen gerne mit ihren Tauben daaran teil. Die 600er auf der Ost- oder Südostrichtung wurden hier in NRW dann in einem riesigen Einzugsgebiet durchgeführt.
Wir flogen 1992 den 4. Konkurs national von Posen (600 KM) gegen etwa 20.000 Tauben und diese Tiere kamen aus einem Gebiet von Osnabrück bis zum Siegerland und von der hessischen Grenze in NRW bis hinten nach Essen, Gelsenkirchen usw. Das Wetter war anspruchsvoll, aber gut und es gab auf diesem Flug und auch anderen in anderen Jahren keine nennenswerten Verluste.
Im Reisejahr 2021 wollten wir als Regionalverband 412 einen gemeinsamen Auflass mit dem Regionalverband 402 (Dortmund) über 600 KM starten. Die Flugleiter entschieden damals wetterbedingt den Flug auf Passau (500 KM) zurück zu nehmen. Die Umstände führten dann dazu, dass sich an dem Flug ab Passau auch noch der Regionalverband 403 (Bochum) beteiligte. Es herrschte kräftiger Südostwind (also Rückenwind).
Die Tauben von uns hier als vorne liegenden RVen überflogen alle. Schon die ersten Tauben kamen genau aus dem Westen zurück und wir konstatierten sie hier immernoch mit fast 1700 m/min in der Spitze. Damit hatten wir in der großen Preisliste natürlich keine Chance. Aber das kann man nicht beeinflussen und es ist auch nicht tragisch. Die Tauben kamen trotzdem alle wieder und kamen gut wieder und es gab gar keine Schwierigkeiten. Und dass obwohl sie niemals in so einer Konkurrenz geflogen waren und das Ganze durch das Überfliegen auch erheblich erschwert war.
Die Tauben können es also und man muss sie auf solche gemeinsamen Auflässe nicht unbedingt besonders vorbereiten oder sie besonders schulen - auch wenn jede Schulung natürlich besser ist. Aber insgesamt hat es einfach auch mit der Qualität der Tiere zu tun.
Da fällt mir ein sehr bekannter Züchter ein mit überragenden Erfolgen über viele ´ Jahre. Er nahm mit seinen Tauben und seinem Regionalverband 2021 an einem sogenannten Münsterland-Flug teil. Drei Regionalverbände ließen damals gemeinsam einen 500 KM-Flug auf.
Auch da waren die Bedingungen so, dass die Tauben in der Spitze um die 1600 m/min flogen. Bedingt durch das Wetter und eben die andere Konkurrenz flogen die Tiere vermutlich eine völlig andere Linie als sonst. Was passierte? Dieser überaus erfolgreiche Züchter hatte drei Stunden nach seiner ersten Taube erst 15 seiner 50 eingesetzten Tiere zuhause. In der Folgewoche setzte er noch 27 Tauben auf den nächsten Flug. Wie groß die Verluste insgesamt waren - das weiß ich nicht.
Aber da kommt mir dann der Verdacht auf, dass die ansonsten überragenden Erfolge dieses Sportfreundes nicht zuvorderst mit der Qualität seiner Tauben zu tun haben, sondern vielleicht eher mit der Vorbereitung dieser Tiere durch viel privates Training und damit verbundenem "Strichfliegen" und der Versorgung und Führung der Tauben insgesamt.
Es gibt Schläge welche, egal wie die Bedingungen sind, immer gut reisen und wenig Verluste haben. Und es gibt Bestände, die fast grundsätzlich "auf dem Bauch liegen", wenn Flüge einmal anders verlaufen, als gewohnt (durch Wetter oder große Konkurrenzen usw.).
Die einen - das sind aus meiner Sicht die Schläge mit dem guten Taubenmaterial (auch wenn diese Bestände vielleicht nicht immer die absolute Spitze fliegen). Die anderen sind meiner Meinung nach die Bestände mit dem sehr guten System und den dazu passenden Systemtauben.
Wenn ich die Wahl hätte mir irgendwo Tauben zu holen, dann würde ich das immer bei den Schlägen mit dem guten Material tun und nicht bei den Beständen, wo man schon anhand der Preislisten vermuten kann, dass die Erfolge ganz besonders auf das System der Taubenbetreuung zurückzuführen sind.
 

Mittwoch, 04.01.2023
Sascha am 04.01.2023 um 07:14 (UTC)
 Neben den Themen Versorgung der Tauben, medizinische Betreuung, Impfungen usw. mache ich mir immer sehr viele Gedanken darüber, was wir hier in Deutschland eigentlich für Tauben für unser Reiseprogramm benötigen.
Es war immer die Rede von der deutschen Allroundtaube, die von 200 bis 700 Kilometer Entfernung alle Ansprüche sehr gut bewältigen kann über dreizehn, vierzehn Wochen nacheinander.
In der Praxis sieht es inzwischen allerdings so aus, dass unser deutsches Reiseprogramm in den allermeisten Regionen immer anspruchsloser wird. Die Tauben werden nur noch bei besten Wetterbedingungen (ständig werden wegen drei Wolken mehr oder weniger am Himmel oder der Angst vor einem Schauer Regen Flüge verlegt) aufgelassen und die Entfernungen werden immer geringer. Die Bedingungen für die deutsche Meisterschaft für Alttauben hat man inzwischen so weit herunter reguliert, dass man, um deutscher Meister zu werden, nicht einmal mehr einen 600 Kilometer Flug benötigt.
Das führt über kurz oder lang natürlich dazu, dass wir auch andere Tauben bekommen, weil wir anders züchten müssen. Tauben mit Steherqualitäten, die mal neun, zehn oder elf Stunden auf dem Flügel sein müssen (oder mal über Nacht gehen müssen), sind im deutschen Programm nicht mehr gefragt.
Ich könnte mich nun ellenlang darüber auslassen warum das so ist - das führt aber an dieser Stelle zu nichts. Deswegen nur eine kurze Bemerkung am Rande: wer aus Kurzstreckentauben (aus Belgien) züchtet und das Programm an diese anpasst, der bekommt eben am Ende im Schnitt auch wieder Kurzstreckentauben (ob es nun van den Bulck sind oder Heremans oder wie sie alle heißen).
Da im deutschen Programm ganz besonders die Spitzenpreise und die As-Punkte wichtig sind und die deutschen Züchter große Flüge im Regionalverband oder mit mehreren Regionalverbänden in ihrer Mehrheit auch noch scheuen wie der Teufel das Weihwasser, züchten wir hier in unserem Land nun seit einigen Jahren eine sehr spezielle Taube:
sie ist schnell, sie ist recht anfällig für schwieriges Wetter und sie ist geeignet "Strich zu fliegen", bekommt aber schon Schwierigkeit, wenn sie mal in einem anderen, größeren Verbund aufgelassen wird, als den gewohnten.
So kann man, überspitzt formuliert, vielleicht sagen: unsere deutsche Taube ist auf der Kurzstrecke schlechter als Kurzstreckentauben in Belgien, ist gut auf der Mittelstrecke im relativ kleinen Verbund (aber da schwächer als die Programmtaube z.b. in Holland) und für größere Strecken bald gar nicht mehr geeignet.
Die Anforderungen an eine Taube, die festgelegt werden über Meisterschaftsbedingungen, formen über Jahre einen Taubentyp. Und an dieser Stelle hinken wir in Deutschland unseren Nachbarn in Holland oder Belgien und (was eine gewisse "Härte" betrifft) sicher auch bald den Polen und anderen, inzwischen sehr weit hinterher und ich sehe nicht, dass sich das in den nächsten Jahren noch ändern wird. Eher im Gegenteil!
Als erfolgorientierter Züchter habe ich nun folgende Wahl:
ich versuche genau die Taube zu züchten, die wir hier in Deutschland brauchen (und vernachlässige dabei andere Faktoren wie z.b. die Eignung für anspruchsvolle Flüge) und spiele weiter um Meisterschaften mit. Oder ich sage irgendwann: ich will andere Tauben haben, Tauben, die auch etwas vertragen können. Tauben, die auch bei schwierigen Bedingungen nach hause kommen...und verzichte damit möglicherweise auf den ein oder anderen Spitzenplatz in der Preisliste oder in den Meisterschaften.
Ich selbst tendiere mehr und mehr dahin zu sagen: lass die Meisterschaften doch Meisterschaften sein und züchte die Tauben, an denen du Spaß hast. Andererseits muss ich so ehrlich sein zu sagen, dass ich an einer Preisliste, in der ich wenig auftauche (weil wir vielleicht nicht mehr die richtigen Tauben dafür haben) auch überhaupt keinen Spaß habe. Wir sind hier vielleicht nicht überehrgeizig und betreiben Brieftaubensport immer noch wie ein ganz normaler "Hobbyist" - aber wir wollen dann schon Erfolg in der Reisesaison haben.
Für uns selbst versuchen wir nun züchterisch einen Zwischenweg zu gehen. Wir versuchen hauptsächlich aus Tauben zu züchten bzw. Tauben in den Zuchtbestand zu integrieren, die gezeigt haben, dass sie auf Flügen zumindest über 500 oder, wenn sie durchgeführt wurden, über 600 Kilometer Spitze fliegen können. Nach Möglichkeit auch in größeren Verbund. Mit diesen Tauben - aus unseren eigenen Reihen und eben auch mal von anderen Züchtern - möchten wir arbeiten.
Wir würden keine Tauben bei Züchtern kaufen (und seien deren Ergebnisse noch so stark) von denen wir schon anhand der Preislisten sehen, dass ihre stärksten Flüge jene sind, wo v.a. das Training auf der Straße wichtig ist (d.h. 200 oder 300 KM) oder die ihre Tauben auch noch für 400 KM richitg fit bekommen, wo aber die Leistung ab 500 Km deutlich geringer wird.
In der aktuellen Brieftaubensport International fiel mir jetzt zufällig so ein Schlag auf, der auf Flügen bis 400 KM massenhaft As-Punkte für eine Meisterschaft eingefahren hat, Aber ab 500 Km wurde das dann doch erheblich weniger, auch wenn es immernoch für tolle Meisterschaften gereicht hat.
Ebenso findet man auf den Auktionsseiten immer wieder Züchter, die Tauben anbieten, wo Eltern oder Großeltern herausragend Spitze geflogen haben. Aber oftmals eben "nur" bis 400 KM mit teilweise mehreren ersten Konkursen usw. Bei Entfernungen darüber hinaus erheblich weniger.
Das hat dann oft mit der Vorbereitung der Tauben zu tun, mit dem vielen privaten Training, mit der Versorgung usw. Es sind auch Resultate vor denen man den Hut ziehen muss. Aber für uns sind Tauben aus solchen Schlägen nicht wirklich interessant. Wir suchen, auch wenn wir in Deutschland die Ansprüche an unsere Tauben immer weiter herunter schrauben, doch noch, so gut das geht, die Programmtaube, die auch bis 600 oder mehr KM und auch bei schwierigen Ansprüchen, gut ihre Preise fliegen kann. Ob uns das immer gelingt solche Tauben zu tauschen, zu kaufen oder selbst zu züchten weiß ich natürlich nicht. Aber wir versuchen es weiter...
 

Montag, 02.01.2023
Sascha am 02.01.2023 um 09:24 (UTC)
 Heute haben unsere Tauben erstmals seit etwa 72 Stunden wieder Futter erhalten. Die kleine Fastenkur hat ihnen augenscheinlich nicht geschadet. Eher im Gegenteil: wenn man nun, so wie ich es heute morgen getan habe, mehrere Tauben in die Hand nimmt, dann stellt man fest, dass sie richtig fest sind in der Hand und auch rund. Etwa so, als wenn man sie zu einem Flug einsetzen würde. Natürlich ist, durch den fehlenden Freiflug am Haus, die Muskulatur weniger ausgeprägt. Aber ansonsten sind sie glatt, super im Gefieder, gut bei Gewicht und eben schön fest.
Wenn ich in der Winterzeit manchmal Schläge besuche, dann sehen die Tauben dort toll aus. Aber sie sind fast immer zu schwer. Man meint dann als Züchter oft, dass sie prima in der Hand sind. Aber durch den fehlenden Freiflug bauen die Tiere etwas Muskulatur ab und wenn man sie dann in der Hand beurteilt, dann fühlt man, wenn sie rund sind, aber eben nicht total schwer, eher eingelagertes Fett. Unsere Tauben erhalten meistens etwa Mitte März wieder Freiflug. Dann sind sie verpaart und die Gefahr durch Greifvögelangriffe ist täglich gegegen. Da kann jedes Gramm zu viel auf den Rippen zum Problem werden. Deswegen versuchen wir dafür zu sorgen, dass die Tauben in der Winterzeit praktisch kein Fett ansetzen. Und das ist über die Fütterung auch gut möglich. Diese Fütterung ist recht knapp und fettarm, Auch nicht zu eweißreich. Aber da das Futter (mit vielen Rohfasern) recht viele Kohlehydrate enthält, die wiederum im Körper in Fett umgewandelt werden, halten wir die Tauben knapp.
Unser Winterfutter habe ich hier einmal fotografiert:



Ich glaube nicht daran, dass man, wie es vielfach berichtet wird, die Tauben auch in der Winterzeit, wenn sie festsitzen (kann man Freiflug geben, dann ist das etwas ganz anderes), auch gut versorgen muss mit reichhaltigem Futter. Allerdings: wenn man eher sparsam füttert, dann sollte man, so denke ich, versuchen mit einigen Beiprodukten zu vermeiden, dass die Tauben Mangel leiden.
Daher führen wir unsere Gemüsefütterung (Vitamine, Mineralien, Rohfaser) mit den Pulvern von Dr. Marien auch im Winter immer durch (ganz wichtig ist dabei das Konditionspulver (Vitamine und v.a. Eiweiß). Damit kompensieren wir das, was im Futter möglicherweise fehlt und vermeiden gleichzeitig, dass die Tauben Fett ansetzen.
Das ist jedenfalls unser Ansatz und damit sind wir in den letzten Jahren sehr gut gefahren. Besser als mit einer reichhaltigeren Körnerversorgung.
Übrigens stellt man auch fest, dass die Tauben sich dieser Versorgung anpassen. Sie entwickeln mit der Zeit immer weniger Hunger und sie verwerten meiner Ansicht nach auch das Futter besser, als wenn man sie täglich (wie auch immer) satt füttert.

Hier habe ich mal versucht das Brustfleisch einer Taube zu fotgrafieren. Das Bild ist aber ein wenig unscharf geworden.



Unsere Tauben werden vorraussichtlich in etwa fünf bis sechs Wochen angepaart (zumindest die Zuchttauben). Etwa zwei Wochen vor der Anpaarung werden wir diese kleine "Fastenkur" nochmals wiederholen und danach dann das Futter zunehmend gehaltvoller machen und damit versuchen die Tauben zur Paarung in allerbeste Form zu bringen, damit wir dann ein sehr gutes Zuchtergebnis bekommen.
 

Sonntag, 01.01.2023
Sascha am 01.01.2023 um 07:36 (UTC)
 Ich wünsche allen Lesern dieses Blog ein frohes neues Jahr 2023, viel Gesundheit und Freude und Erfolg an und mit den Brieftauben!
Wie in den letzten Jahren fast immer haben wir die Silvesternacht schlafend verbracht. Silvester ist ein Fest, an dem wir so gar kein Interesse haben. Insofern gehen wir normal zu Bett und stehen morgens normal früh auf. Ich bin allerdings nach Mitternacht vom Böller-Knallen doch einmal wach geworden, Diese Knallerei ist aus meiner Sicht so dermaßen unnütz und überflüssig - ich begreife nicht, wie man daran Freude haben kann. Ich denke dann auch immer an die Tiere, die überhaupt nicht wissen was los ist. Unseren Tauben in ihren sicheren Schlägen mag es weniger ausmachen. Aber Tiere, die draußen frei leben, machen da womöglich schon sehr negative Erfahrungen. Es ging nun eine Studie durch die Medien, in der Forscher über mehrere Jahre das Verhalten von Wildgänsen zu Silvester beobachtet haben.
Wer möchte kann dazu hier einen kleinen Artikel lesen:

Wildgänse noch lange gestresst von der Silvesternacht

Weil es aktuell ungewöhnlich warm ist, machen unsere Tauben derzeit eine kleine Fastenzeit. Sie erhalten zwei Tage kein Futter und nur Wasser mit etwas Glaubersalz versetzt. Das reinigt den Darm. Dieses Vorgehen habe ich von Günter Prange übernommen, der genau so seine Tauben geführt hat. Ich denke es ist, gerade bei festsitzenden Tieren, eine gute Sache, wenn man hier so eine Art Darmreinigung durchführt. In der Natur wäre es nicht anders, denn da gibt es auch nicht jeden Tag üppig zu fressen.

 

Samstag, 31.12.2022
Sascha am 31.12.2022 um 08:08 (UTC)
 Leider geht es hier in diesen Tagen etwas turbulent zu. Daher kümmere ich mich wenig um die Tauben und kann auch den ein oder anderen Anruf nicht entgegen nehmen (bzw. bekomme ihn nicht mit) und es dauert manchmal bis ich Emails oder sonstige Nachrichten beantworten kann. Nichtsdestotrotz wünsche ich allen Lesern dieses Tagebuchs einen guten Rutsch ins Jahr 2023, ganz viel Gesundheit und selbstverständlich viel Freude an den Brieftauben. Unabhängig davon, dass es in Deutschland mit unserem so schönen Hobby immer weiter bergab geht, kann man doch täglich seinen Spaß an den Brieftauben haben. Egal ob man zehn Tiere hält oder fünfhundert (wobei ich mir manchmal denke, dass derjenige, der nur zehn Tauben hält, einfach viel mehr Freude an diesen haben kann).
Wenn man in die aktuelle Ausgabe der Verbandszeitschrift "Die Brieftaube" blickt, in der die Meister des Jahres 2022 gesammelt vorgestellt werden (an dieser Stelle einen ganz herzlichen Glückwunsch allen Siegern!), dann muss man zu der Feststellung kommen, dass wir in deutschen Brieftaubensport in den letzten Jahren fast alles falsch gemacht haben. Denn die Mitgliederzahlen und die Zahl der reisenden Schläge nehmen dramatisch ab. RVen mit weniger als zehn oder nur etwas mehr als zehn reisenden Schläge sind die Regel. Es ist ein einziges Trauerspiel.

Regional mag es durchaus seine Gründe haben, wenn irgendwo nur so wenige Züchter sind, dass die RVen aus nicht mehr als zehn oder fünfzehn reisende Schläge bestehen können. Aber in vielen Regionen wäre auch heute noch ein ordentlicher sportlicher Wettbewerb möglich, wenn man sich endlich dazu durchringen könnte, zu fusionieren, gemeinsam zu arbeiten und zusammen das Hobby zu betreiben.
Mein Lieblingsbeispiel ist da immer die Stadt Dortmund: dort könnte man aus den RVen Marten, Applerbeck, West und Scharnhorst eine tolle RV gründen, die von der Fläche noch kleiner wäre, als unsere RV hier in Warstein und die dann knapp einhundert reisende Schläge hätte. Das wäre doch ganz toll! Aber es gäbe dann eben immer nur ein Mal einen ersten Konkurs und nur einen ersten RV-Meister - und nicht vier davon. Und deswegen fummelt man so weiter vor sich hin.
Es gibt RVen, die beginnen die Reise mit unter fünfzehn reisenden Schlägen und mit unter 500 gesetzten Tauben und davon setzt dann ein Schlag noch 80 oder einhundert Tiere und am Ende macht dieser einzelne Schlag dann im Winter eine oder mehrere Auktionen und präsentiert stolz neun oder mehr erste Konkurse.
Was ich damit sagen will: dass es immer weniger reisende Schläge gibt können wir für den Moment nicht ändern. Aber wir müssen, um einen weiteren Zerfall des Hobbys zu verhindern, viel mehr zusammen arbeiten in Zukunft. Wir müssen fusionieren, die Arbeiten anders verteilen, die Finanzen gemeinsam organisieren und damit das Hobby Brieftaubensport zumindest erst einmal sportlich wieder attraktiv machen.
Dazu wäre auch in den RVen oftmals dringend eine Veränderung der Meisterschaftsbedinungen angezeigt. All dieses wird schon seit vielen Jahren blockiert: weil man auf den Pokal im Schrank oder die Urkunde an der Wand nicht verzichten will und in den letzten Jahren zunehmend auch aus kommerziellen Gründen, bleint immer alles beim Alten! Wer Tauben verkaufen will, der muss mit Erfolgen werben. Und das ist einfacher mit vielen Tauben in einer kleinen oder winzigen RV, als mit weniger Tauben in einer viel größeren RV.
Wenn man in die Zukunft blickt auf all die Schwierigkeiten in der Gesellschaft überhaupt Tiere und speziell Brieftauben zu halten, einen Schlag zu bauen usw. - dann hat unser Hobby nur im Kleinen eine Zukunft! Nur dann, wenn wir wieder dahin kommen, dass man auch mit einem kleinen Bestand erfolgreich in den Wettbewerben sein kann, hat der Brieftaubensport als Hobby, wie wir es kennen, eine Überlebenschance!
Überall wurde und wird versucht mit Tauben- und Gutscheinverkäufen Geld zu generieren. Es gibt massenhaft private Verkäufe und genau so viele Verkäufe zugunsten von RVen und anderen Organisationen. Das zeigt nicht nur, dass das Geld v.a. in den Organisationen alleine zum Überleben dringend benötigt wird, sondern auch, dass auch in Deutschland in unserem "sterbenden" Hobby noch solche Mengen an Geld im System sind, dass man damit viel Gutes für unseren Brieftaubensport anstellen könnte.
Was passiert stattdessen? Es versackt ein riesiger Teil des Geldes in privaten Schatullen. Züchter machen mehrere Auktionen pro Jahr, verkaufen alles was sie können (selbst alte und nicht brauchbare Tauben werden aufgrund ihrer vermeintlich guten Abstammung heute reihenweise verhökert (ganz ehrlich: ich würde mich schämen so etwas zu tun)), es gibt Totalverkäufe bei denen irgendwelche seltsamen Begründungen veröffentlicht werden, warum man den Taubensport nicht mehr so betreiben kann oder will - nur um dann im nächsten oder spätestens übernächsten Jahr wieder ganz normal an der Reise teilzunehmen und es wird alles getan um den eigenen Geldsack zu füllen!

Es gäbe so viele Möglichkeiten: als deutscher Brieftaubenverband hätte man schon längst eine hochkomfortable Auktionsplattform bauen können, die von allen Züchtern genutzt werden kann und wo dann ein geringer Betrag jeder Versteigerung dem Verband zukommt (aktuell zahlt man als Internet-Versteigerer ja auch eine Auktionsgebühr an Privatleute) - sozusagen als "Spende". Dieses Geld könnte für Werbung etc. genutzt werden. Ideen gäbe es sicher viele. Aber es muss angepackt werden. Schon sehr bald, schon im Jahr 2023. Ich fürchte allerdings, es wird sich, wie in all den Jahren zuvor, wieder alles im ständigen Kleinklein und dem überbordenden Egoismus verlieren. Aber man sollte ja die Hoffnung nicht aufgeben, dass auch wir Brieftaubenzüchter doch noch einmal "gescheit" werden...
In diesem Sinne wünsche ich nochmals Alles Gute für 2023 und trotz allem viel Freude an den Brieftauben!

 

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