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Mittwoch, 21.12.2022
Sascha am 21.12.2022 um 19:44 (UTC)
 Heute vormittag bin ich endlich einmal wieder dazu gekommen alle Schläge ordentlich zu reinigen. Das muss zwar, gerade im Winter, nicht jeden Tag sein, aber irgendwann nervt es mich dann doch, wenn ich aus zeitlichen Gründen länger nicht sauber machen konnte. Den Tauben macht es nichts aus wenn der Schlag einigermaßen trocken ist, dass mal einige Tage der Kot liegenbleibt. Aber mir als Züchter gefällt das nicht. Wir sind bei uns sicher keine Sauberkeitsfanatiker. Aber allzu schmutzig sollte es in den Schlägen dann doch nicht werden.
Was mir aber schon seit etwas längerer Zeit in unseren Schlägen auffällt: unsere Tauben wirken in diesem Winter sehr glatt im Gefieder. Woran es genau liegt weiß ich nicht. Aber die Tauben sehen wirklich rundum glatt aus und gefallen mir ausgezeichnet. Dabei machen wir nichts anderes als sonst auch. Aber mir scheint es ist doch von Jahr zu Jahr etwas unterschiedlich.

Bezugnehmend auf meinen gestrigen Eintrag hier hat mich folgende Mail erreicht:

"Hallo Sascha,

als Landwirt muss ich einiges richtigstellen:
Wir benutzen Pestizide gerade um diese Pilzgifte zu verhindern. Genau sind es die modernen Fungizide die gegen Fusarien helfen.
Jede Weizenladung die ich verkaufe, wird gründlich auf Pilzbefall ( don –wert ) untersucht. Ist der Wert zu hoch nimmt man mir die Ware nicht ab.
Im Gegensatz zur Bio Ware. Diese wird nicht geprüft, hat aber ein Bio-Siegel.
Deine Bedenken zu ausländischen Körnern teile ich auch. Ich kann Züchter nicht verstehen die deutsche Gerste ablehnen und Reis aus China füttern."


Danke für diese Aufklärung!
 

Dienstag, 20.12.2022
Sascha am 20.12.2022 um 17:39 (UTC)
 Auch heute habe ich nicht viel Zeit gehabt für die Tauben und auch wenig Zeit um hier etwas zu schreiben. Ich habe allerdings heute im Laufe des Tages einen Artikel gelesen, der mich sehr nachdenklich gemacht hat. Es geht um Pilzgifte im Weizen. Ich fürchte viele Gifte, Pestizide und Herbizide finden sich nicht nur im Weizen, sondern auch in vielen anderen Körnern. Und die Standards und Grenzwerte für Tierfutter sind oftmals wohl erheblich geringer als beim Getreide für den menschlichen Verzehr. Was bedeutet: wenn irgendwo ein Grenzwert zu hoch ist, als dass ein Getreide für den menschlichen Verzehr gebrucht werden kann, wird es eben zu Tierfutter. Und wenn man dann darüber nachdenkt wie sensibel gerade Vögel und besonders unsere Tauben auf Gifte und Pesitzide reagieren, dann mache ich mir schon Gedanken darüber was wir unseren Tieren tagtäglich anbieten und wie sich das wohll auswirkt auf die Dauer. Ein bißchen kam mir auch der Gedanke, dass ja heute viele Taubenfuttermischungen auf 25 oder 30 verschiedenen Körnersorten aus aller Herren Länder bestehen. Und ob das dann am Ende wirklich immer so gut und richtig ist oder sich vielleicht wegen Pizlzgiften und Pestiziden eher negativ auf unsere Tauben auswirkt, das wäre sicher einmal interessant zu untersuchen...

Hier der genannte Artikel:

Europa: Weizen zu großem Teil mit Pilzgiften belastet
 

Montag, 19.12.2022
Sascha am 19.12.2022 um 18:47 (UTC)
 Heute war praktisch gar keine Zeit irgendetwas an den Tauben zu tun. Ich habe nur schnell Futter und Wasser bereit gestellt und habe dann die Schläge wieder verlassen. Es wird ja auch sehr früh dunkel und das Licht machen wir im Winter abends wirklich nur einmal an in den Schlägen, wenn es sich absolut nicht vermeiden lässt. Es ist immer ein bißchen schade, wenn man sich so gar nicht um die Tauben kümmern kann, aber manchmal gibt es halt Wichtigeres zu tun.
In Kürze werden unsere Zuchttauben gegen Paramyxo geimpft. Dazu gibt es aber keine besondere Vorbereitung oder irgendeine besondere Behandlung. Die Reisevögel und ihre Weibchen impfen wir erst später. V.a. deswegen, weil wir den Arbeitsaufwand wegen des Fangens etc. dann nicht komplett an einem Tag haben.
Jetzt wo es wieder wärmer geworden ist, reduziere ich die Futtermenge für unsere Tauben sofort wieder. Sie bekommen jetzt unsere Wintermischung mit maximal 25 Gramm pro Tag. Bei unserer einmaligen Fütterung haben sie dann schon richtig Kohldampf. Aber ich mag es einfach nicht (und wir halten es auch gar nicht für zielführend mit Blick auf die Reise im Frühjahr), wenn Tauben im Winter zu viel Fett ansetzen. Das macht nur Schwierigkeiten. Eventuell werden wir im Januar auch mal einige richtige Fastentage einlegen, an denen wir zwei, drei Tage nur Gemüsewürfel verfüttern (mir selbst würde so eine Gemüsekur allerdings auch mal sehr gut tun).
Das Buch, welches ich mir am Samstag gekauft hatte und welches ich hier kurz vorgestellt hatte, habe ich gestern schon fast durch gelesen. In diesem Buch stehen mehr gescheite Sätze über den Brieftaubensport als in zig anderen Büchern und Schlagberichten zusammen genommen. Das was Sportfreunde wie Peter Janssen, Günter Prange, Wolfgang Roeper oder Rudi Heinen da zu verschiedenen Themen im Brieftaubensport zu sagen haben, sollte man in einer Art 10 oder 20 Punkte-Plan an jede Schlagtür nageln!
 

Sonntag, 18.12.2022
Sascha am 18.12.2022 um 07:32 (UTC)
 Auf der Deutschen Brieftaubenausstellung in Dortmund konnte ich viele Sportfreunde treffen, die ich coronabedingt lange nicht gesehen hatte. Das war eine schöne Sache und es macht immer viel Spaß sich auszutauschen und ein bißchen zu quatschen. Das ist aber im Grunde genommen auch der einzige Grund warum man dort noch hinfahren "muss". Ansonsten lohnt es sich fast nicht mehr. Für mich selbst sind es 40 Minuten Fahrzeit und letztlich ist es kein Problem mal eben zur Westfalenhalle zu fahren. Aber wenn ich mir vorstelle, dass ich aus dem hohen Norden oder aus Bayern mit vielen Stunden Fahrzeit dorthin fahren sollte...nein, das würde ich wohl nicht auf mich nehmen.
Die Zahl der Industrie-Stände ist sehr überschaubar und es kommen eigentlich nur noch die großen und bekannten Firmen, während die vielen Kleinaussteller, die in früheren Jahren dort waren, gar keinen Stand mehr betreiben. Entweder weil es diese Fírmen nicht mehr gibt oder weil es für sie nicht lohnt dort die teuren Standgebühren zu bezahlen. Es mag auch sein dass Corona immer noch eine Rolle für einige Firmenbetreiber spielt. Das kann ich nicht beurteilen. Aber eine DBA in dieser Form macht zumindest bezogen auf die Industriemesse wenig Sinn, wenn Firmen wie Re-scha oder die Futtermittelfirmen Natural oder Spinne und mehrere weitere bekannte Firmen gar nicht vor Ort sind.
Einige Sportfreunde mit denen ich sprach hatten den Züchtertreff am Freitag Abend besucht. Da waren die Meinungen sehr geteilt. Die einen waren zufrieden mit der Veranstaltung. Die anderen meinten, dass es zu förmlich und zu "zäh" gewesen sei. Ein Züchter sagte zu mit: "Die können nicht anders. Die ganze Verbandsspitze hat einen Stock im Arsch." Ich kann das nicht beurteilen bezogen auf den Freitag, weil ich nicht vor Ort war.
Ich wollte mir die Super Star-Ausstellung ansehen und bin auch durchgegangen. Alles schöne Tauben mit bestimmt hervorragenden Leistungen. Aber die einzelnen Flugleistungen standen nicht an den Käfigen. Es stand nur dort "Olympiateilnehmer Kategorie X" oder etwas in der Art. Mich und wahrscheinlich viele andere Züchter hätten aber sicherlich auch die einzelnen Flugleistungen interessiert.
Aus Kostengründen waren auch die Ausstellungstauben und die Tauben der Verbandsmeister in der einen Halle untergebracht. Ich fand das persönlich unpassend. Die Tauben gehören in eine extra Halle wo sie in einem schöneren und v.a. ruhigeren Rahmen präsentiert werden sollten. Wenn das in der Westfalenhalle nicht möglich ist, dann sollte man sich künftig doch mal nach einer anderen Halle umsehen.
Da es nicht so sehr voll war hinsichtlich der Besucher konnte man sich an allen Ständen gut informieren und man kam bei Fragen auch sehr schnell in Kontakt mit den Standbetreibern. Ich hatte hier und da auch einige Fragen und konnte diese schnell klären. Insgesamt gibt es auf dem Brieftaubensektor kaum noch Neuheiten. Die Firma Vanrobayes präsentierte eine neue Futterserie (ich hatte hier letztens schon darüber geschrieben), die aber letztlich auch nichts anderes ist, als das was schon am Markt vorhanden ist. Die Firma Röhnfried führte ihr neu zusammengesetztes Usnegano in kleinen Probeflaschen vor...aber sonst? Irgendwie scheint der Markt ausgereizt zu sein.
Positiv gab es zu vermelden, dass sich ein neuer Verein gründet, der zum Ziel hat wieder große, gemeinsame und weite Flüge auf der Südostrichtung zu veranstalten. Der erste Flug soll in der kommenden Saison am 30.07.23 - also nach Abschluss der Altreise - ab Osterhofen stattfinden. Es gilt für diesen Flug eine Mindestentfernung für 440 KM. Da wäre es für uns persönlich auch möglich teilzunehmen und ich drücke den Vereinsgründern wirklich alle Daumen, dass der Flug gut angenommen wird und die ganze Sache ein Erfolg. In Lauf der Woche werde ich hier auf der Seite noch einige Informationen dazu posten.
Was habe ich selbst nun von der DBA mitgenommen? Ich habe mir das neue Buch von Ehrenpräsident Horst Menzel und Dietmar Timmer gekauft. Die Interviews darin waren zwar bereits vor einiger Zeit in der "Brieftaube" zu lesen, aber da diese mir so gut gefielen, dass ich sie mir damals alle ausgeschnitten und abgeheftet habe, um sie mehrmals zu lesen, habe ich mir nun das Buch gekauft. Und sogar eine schöne Widmung bekommen.





Was bleibt von dieser DBA nun für mich als Fazit? Wenn unser Verband das ganze Konzept nicht völlig überdenkt und etwas ändert, wird es sie in drei bis vier Jahren nicht mehr geben. Sie steht irgendwie auch sinnbildlich für unsere gesamte Verbandsspitze. Man ist an keiner Stelle in der Lage mal etwas frischen Wind in den Brieftaubensport zu hauchen. Es bleibt alles irgendwie komplett beim Alten und man versucht nur Geld zu sparen wo es geht. Das Sterben auf Raten (auch das Sterben der DBA) geht weiter.
 

Freitag, 16.12.2022
Sascha am 16.12.2022 um 07:50 (UTC)
 Wie in jedem Jahr hatten wir auch dieses Jahr wieder einige Sommerjunge aus unseren besten Zuchttauben gezogen und dafür auch einige für uns selbst behalten und erst einmal laufen lassen. Sie sitzen in einer Voliere, wurden im Herbst gegen PMV/Rota geimpft, vor zwei Wochen auch gegen Salmonellen und ansonsten bekommen sie Futter, Wasser und Grit und 2x in der Woche Gemüsemix mit Kräutern und den Marien-Pulvern. Für unseren Bedarf habe ich von diesen Sommerjungen insgesamt sieben Tiere behalten, die aber dann irgendwann noch einmal selektiert werden. Aber erst einmal müssen sie weiter auswachsen.
Beim impfen vor knapp zwei Wochen fielen mir aber schon drei dieser Tiere als besonders gelungen auf und diese werden sicherlich irgendwann in naher Zukunft dann in unseren Zuchtbestand integriert. Unsere Erfahrung ist, dass man aus diesen Sommerjungen, wenn man sie richtig auswachsen lässt und sie dann erst überjährig (also im zweiten Jahr nach dem Schlüpfen), oft ganz hervorragende Jungtauben ziehen kann. Aber man muss, so denke ich, Geduld mit diesen Tauben haben und sie nicht gleich anpaaren, sobald sie irgendwie geschlechtsreif sind.
Die Jungtiere, welche mir als besonders gelungen aufgefallen sind, stammen im Übrigen aus einem Bruder des "Stahlauge" von Karl-Heinz und Michael Stumme ("Stahlauge" war u.a. RV-Bester Vogel und hat zwei erste Konkurse geflogen und er stamm wiederum aus einer Täubin, die wir hier bei uns für die SG Stumme gezüchtet haben). Dieser Bruder "Stahlauge" war in Linie (auf die alte Jef-Linie von Dirk de Beer und Wolfang Roeper) gepaart an eine Tochter unseres 447, der 2018 RV-bester Vogel und 4.bester Vogel im Regionalverband mit 12 Preisen und 990 As-Punkten. (der 447 kommt ebenfalls väterlicherseits aus der Jef-Linie).
Ein weiteres Sommerjunges, welches mir besonders gefällt ist wieder eine Schwester unseres 960, der selbst 3 erste Konkurse und einen 2. Konkurs geflogen hat. Aus dem 960 kommt schon wieder unser 30, der dieses Jahr als Jähriger 11/12 Preise geflogen hat (übrigens ist die Mutter des 30 wieder eine Schwester des bereits genannten "Stahlauge" der SG Stumme). Aus einer weiteren Schwester des 960 kommt der 26, der dieses Jahr 9.bester jähriger Vogel in Westfalen wurde (und diese Schwester 960 war gepaart an den 483, der bei uns ein super Reisevogel war und der ebenfalls wieder aus der Jef-Linie kommt).
Das dritte, meiner Meinung nach, sehr gut gelungene Sommerjungtier wird ein Vogel und der kommt direkt aus dem genannten 26 mit einer Täubin, die wiederum aus den alten Stammlinien von Dirk de Beer kommt und wo ein bißchen aus unserer ganz alten Fabry-Linie, die wir hier in unserem Schlag bis 1976 zurück verfolgen können, eingekreuzt wurde.
Ich denke dass wir mit diesen Sommerjungen wieder irgendwann erfolgreich züchten können, denn sie kommen alle aus den Linien, die hier nun seit einigen Jahren zu unserer vollen Zufriedenheit züchten.
 

Donnerstag, 15.12.2022
Sascha am 15.12.2022 um 17:32 (UTC)
 Die Firma Röhnfried hat wieder ein neues Video veröffentlicht und dieses Mal wird der Sportfreund Albert Derwa aus Herent in Belgien vorgestellt. Vor den Leistungen dieses Sportfreundes kann man nur den Hut ziehen. Besonders beeindruckend finde ich, dass er seine überragenden Erfolge mit einem relativ kleinen Bestand erzielt. Das ist etwas ganz anderes als bei jenen Schlägen in Deutschland, Belgien oder Holland, die mit weit mehr als 100 und noch mehr Tauben an den Start gehen.
Spitze fliegen und Spitzentaubenzüchten mit großen Beständen, das kann fast jeder, wenn er nur entsprechend Ehrgeiz an den Tag legt und sich mit ein wenig Geld eine gewissen Basis hinsichtlich der Qualität anschafft. Aber mit so einem Bestand wie Sportfreund Derwa immer wieder absolute Spitzenergebnisse zu erzielen - das nötigt mir einfach Respekt ab., In dem Video wirkt der Züchter obendrein ausgesprochen sympathisch und er macht auch um die Tauben hinsichtlich der Versorgung nicht viel Aufhebens. Kein Vergleich zu dem was uns hier in Deutschland stets erzählt wird, was man mit den Tauben alles tun müsse und was man ihnen alles geben müsse.
In einem etwas älteren Interview, welches Ad Schaerlaeckens mit Albert Derwa geführt hat, hat Sportfreund Derwa einige, wie ich finde, sehr kluge Sätze von sich gegeben, die ich hier einmal zitieren möchte:

- "Zahlen Sie nicht viel Geld für Tauben! Keine Taube garantiert guten Nachwuchs."
- "Nach einem schlechten Flug mache ich nichts Besonderes und ich werde bestimmt nicht nervös. Nervöse Menschen machen Fehler."
- "Ich weiß nichts über solche Dinge wie Augenzeichen oder die Augentheorie. Vielleicht bin ich zu dumm?"
- "Der größte Unsinn im Taubensport ist der Glaube an Mysterien oder Geheimnisse. Sie können sich nicht vorstellen, wie viele Züchter mich fragen: "Was hast du den Vögeln gegeben?" nach einem guten Ergebnis."


Ich denke da ist ein Züchter, der einfach ein Händchen für Tauben hat und der etwas von Brieftauben versteht (wenn man überhaupt über irgendjemanden sagen kann, dass er was von Brieftauben versteht).
Er hat seinen (recht kleinen) Bestand, er weiß wohl damit umzugehen, er benötigt weder Massen an Zucht- oder Reisetauben, noch benötigt er zig Beiprodukte oder Medikamente. Und das was er mit den Tauben macht - das macht er mit viel Sinn und Verstand.
Für mich sind solche Sportfreunde die wahren Vorbilder im Brieftaubensport. Es gibt nicht so viele davon (und ich habe den Eindruck, dass es immer weniger werden). Aber es scheinen mir doch die Züchter zu sein von denen man am meisten lernen kann.

 

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